Lyrics 1985 – 1989

1985 – 86

Unser Spiel

(Spieler an Spielbrett oder Gedichte eines Überlebenden)

Der Dichter lebt von Sensationen
Skandalen, Toten und Kanonen
Da jeder weiß worum er wirbt
Weiß gleichwohl jeder wann er stirbt
Was nützt mir all das tolle Wissen
Als Denker fühlt man sich beschissen
Man kann da labern und beschwören
Die Würfel fallen und…
Es pflegt stets keiner weiter zuzuhören.

Dichterei

Ich denke nicht aus was ich schreibe.
Ich schreibe aus was ich denke.
Hier geht’s los
Was?
Na die Dichterei
Ach so das Problemgequassel
Was soll das heißen?
Das heißt was der Leser denkt
Meinst du?
Ja , ich meine!
Soll ich es denn nicht vielleicht lieber lassen?
Nein, denn schließlich will ich mich belustigen
Sehr witzig
Ich bin immer witzig
Nun leg endlich los.

Kritikergedicht

Ich bin ein Lügner, werdet ihr sagen
Ich bin einer, der gegen die Ordnung verstößt
Ich bin ein Verrückter
Ich bin ein Idealist und doch auch nicht
Ich bin ein Kommunist
Ich bin ein Faschist
Ich bin ein Kapitalist
Ich bin ein Verbrecher
Ich bin ein Terrorist
Ich bin ein Kind
Ich bin eine Fahne im Wind
Ich bin ein Linker, ein Rechter, ein Roter
Ein Schwarzer, ein Brauner, ein Grüner, ein Bunter
Werdet ihr sagen
Ich bin alles was ihr wollt
Und doch bin ich Mensch und muss es auch bleiben.

Die Welt

Die Welt
Die Welt ist eine Kugel
Und Kugeln, die sind rund
Sag Welt, bist du gesund?

Afrika, Asien, Amerika
Australien, Europa
Die Welt
Das ist die Welt
Wie sie uns gefällt
Sag Welt, bist du gesund?

Wohl manchmal schon

Was soll das heißen?

Noch.

So sprich doch Welt
Bist du gesund?

Nicht mehr.

Ungesund

Was meinst du mit nicht mehr gesund?
Ich meine, dass wir die Welt auf der wir leben kaputt machen
Und ihr Klagen bewusst überhören
Sehen das alle so?
Ich denke schon
Nun wenn es alle wissen, brauchst du es ihnen doch nicht noch mal unter die Nase zu reiben
Doch, das ist es ja gerade
Sie wissen es, aber glauben jeder für sich, nicht dafür zuständig zu sein
Und was ist mit ihren Nachkommen?
Die haben gefälligst für sich selber zu sorgen
Seltsame Welt.

Die einzelnen Worte
Haben alle mehr Bedeutung, mehr Aussage als man im ersten Moment glaubt
Meinst du, sie merken das alle?
Die meisten merken es erst,
in dem Augenblick,
jetzt wo du es gesagt hast
und werden das dann
noch für äußerst geschmacklos halten.

Und willst du eine Geschichte erzählen
Oder einfach deinem Ärger Luft verschaffen?
Es soll eigentlich eine Geschichte sein
Wer spielt die Hauptrolle?
Irgendwie alle können sie spielen, wie in einem Rollenspiel
Jeder kann die Rolle des Guten oder des Bösen spielen
Wie er es sieht, wie er sich sieht
Also eigentlich, wie im Leben?
Richtig, das leben ist wie ein Spielbrett und wir sind die zitternden Figuren darauf
Und welche Rolle spielst du?
Gott oder Teufel?
Becher oder Würfel?
Weiß nicht, irgend ein oller Bauer vielleicht
Und ich?
Du bist der Joker.

Die Straße

Asphalt
Schotter
Asphalt
Farbe
Weiß
Staub
Ein Mann auf der Straße
Allein
Mit der Ferne
Keine Bäume
Keine Blumen
Aber die Straße.

Weg mit doppeltem Ziel
Straße wohin?
Straße sag mir wohin?
Kann ich es dir sagen,
wo du mich erschaffen?
Mensch sag mir warum?

Zugfahrt

Hohe Mauern, graue Schlote
Fliegen so an mir vorbei
Und er dichtet seine Reime
Unerkannt
Dafür doch frei.

Nächster Anruf im Gedächtnis
Schicksalsnummer oder nicht
Hoffe auf Karrieren-Schimmer
Läuterung des stumpfen Geist
Schläft er fest und glaubt noch immer
Während dort der Zug entgleist.

Das Fenster

Eine rote Gardine mit herrlichem Muster
Hängt vor dem Fenster
Geteilter Blick hinaus
Graue Welt
Bunte Welt.

Wie ist die Aussicht?
Gut
Was siehst du?
Viel
Viel zu wenig.

Das Fenster ist zu
Fenster laß die Luft herein
Das Fenster bleibt zu.

Geh hin und mach’s auf!
Der Weg ist zu weit
Bequemlichkeit.

Wach auf! Die Luft geht aus!
Zu weit
Fenster geh auf!
Das Fenster bleibt zu.
Tote Welt.

AHA

An die Arbeit Kollegen
Denn die Arbeit müsst ihr pflegen
Sonst die Produktion steht still
An die Arbeit Proleten
Denn ihr werdet nicht gebeten
Ihr müsst tun was Big Boss will.

Durst

Durst, Durst, Durst, Durst,
Durst, Durst, Durst, Durst!
Wasser.

Durst, Durst, Durst, Durst!
Wasser.

Durst!
Wasser, Wasser, Wasser,!

Keinen Durst mehr!
Wasser, Wasser, Wasser, Wasser!

Keinen Dur!
Wasser!

Ertrunken.

Der Hilfesong

Viele Lieder, ungedichtet für den Frieden unserer Welt
Viele Lieder nicht gewichtet
Von der Menschheit ausgezählt
Fade Töne, flache Strophen
Bringen neues nur zerpflückt
All die Leute, die es wagen
Werden wahllos unterdrückt.

Der Vogel

Sie haben den Vogel abgeschossen
Kommt ein Vogel geflogen
Macht es einmal kurz: Bumm!
Ist der Vogel getroffen
Kümmert sich keiner drum.

Protest!
Verbot.

Kommt ein Vogel geflogen
Holt er einmal tief Luft
Wird er ums Leben betrogen
Und sein Zwitschern verpufft.

Protest!
Verbot.

Unsere Kernkraftwerke sind sicher.
Ihr habt ja ‘nen Vogel!

Gleichheit

Gleiche Rechte für alle
Hör ich sie noch lalle
Da kommt mir hoch die Galle
Bin kurz vorm Abschnalle
Ja hamm die se noch alle?

Offenheit und Argumente
Sind bei uns doch nicht gefragt
Der hochmoderne Freiheitstrend
Angepasst und abgehakt
Frage mich wo bleibt die Wende?
Die uns doch groß angesagt.

Der Tag der offenen Tür

1
Hereinspaziert ihr Leute
Bestaunt die Technik von heute
Hereinspaziert ihr Leute
Die Welt ist wunderbar
Der schöne blaue Himmel
Das Wasser fließt so klar.
2
Hereinspaziert ihr Leute
Nun macht euch doch die Freud
Ihr sollt hier was erleben
Und das dann weiter geben
Die schön graziöse Form
Des herrlich kühlen Turm.
3
Hereinspaziert ihr Leute
Worauf wollt ihr noch warten?
Die Taschen voll mit Karten
Der Zug zum Start bereit
Was fehlt wird nicht verraten
Das schöne Ziel ist nicht mehr weit.

4
Hereinspaziert ihr Leute
Was macht ihr euch Gedanken
Die Welt kennt keine Schranken
Wenn ihr sie auch noch scheut
Denn für Natur und Menschlichkeit ist später ja noch Zeit.

Vielleicht

Zu manchen Dingen soll man sich jeglichen Kommentars enthalten.
Vielleicht
Sicher ist dies eine Möglichkeit des Begreifen
Ein sicherer Weg
Ausgelegt mit stumpfen Steinen
Bearbeitet in den Bergen von den sieben Zwergen
Das bürgt für Qualität
Aber bald ist es dafür auch schon zu spät
Und zu anderen Themen andere Worte
Wortspiele
Doch es gehört alles beisammen
Schüler für Nichtschüler oder solche, die sich dafür halten
Dies war zunächst ein viel kürzeres Gedicht
Doch dann folgte die Erleuchtung:
Der Hut als Verkörperung
des Hohen
Mut als Weg
Noten und Not
Lehrer ist tot
Hier ist das Aufkommen einer neuen Schülerstrebsamkeit zu bemerken!
Der Mangel an Arbeitsplätzen
wiegt schwer in uns
Der Tag mit der offenen Tür wird kommen
Spätestens mit Gewalt.

Des Schülers Not

Schülerleistung
Oder auch nicht
Herr Lehrer meine Note?
Schüler deine Note, deine Note ist nicht gut
Herr Lehrer geben sie her, wir tun sie in meinen Hut
Wie meinst du das denn Schüler?
Sag, das versteh ich nicht
Herr Lehrer ihre Note, ihre Note ist nicht gut
Schülerbegeisterung
Bedenken oder auch nicht.
Herr Direktor meine Schüler?
Lehrer deine Schüler, deine Schüler sind nicht gut
Herr Direktor lassen sie mir den Frieden
Ich verliere nicht den Mut
So, meinst du das kleiner Lehrer?
Nun ich versteh dich gut
Herr Direktor ihre Schüler, ihre Schüler sind nicht gut
Schülerleben und Schülergedanken
Keinen Einblick oder selten
Schülerliebe
Unverständlich oder auch nicht
Schülertage, Träume, Wünsche
Ohne Bindung oder nicht
Schülerfreundschaft
Aber selten, meist noch frisch
Herr Welt meine Zukunft?
Zwerg deine Zukunft, deine Zukunft steht nicht gut
Frau Welt gib mir die Sicherheit, gib mir deinen Mut
Laß mir meine Meinung, ich zieh vor dir den Hut
Und drum verstehen wir euch nicht gut
Herr und Frau, des Schülers Welt, eure Zukunft ist in Not
Denn der Lehrer der Belebung ist in unserem Staate tot.

Rückfahrt

Ist der Tag noch nicht vorüber
Bald das Dunkel näher rückt
Strecken sie die müden Glieder
Sind die Töpfe ausgeleckt
Doch er schreibt noch
unverdrießlich
Wohlgenährt mit Dichterstoff
Klagt verdrossen, wünscht sich schließlich
Stille Ruhe ohne Zoff.

Romantisch

Mein Lieblingsthema
Sehr altmodisch in der Zeit der Computer
Ich weiß
Romantisch
Es lebe der alte Gutenberg!
Der keiner war
Werden sie deine Gefühle teilen?
Viele
Na dann.

Den Fortbestand des alten Klassenkampfes will niemand wahrhaben
Doch er existiert noch immer
Und noch immer gewinnt in diesem Spiel nur der eine
Und der andere ist stets der Verlierer
Brot ist heute nicht viel
Arbeit ist zu allgemein
Das sollte so jedoch nicht sein
Es wird immer einen Ausgebeuteten geben und immer einen Ausbeuter
Solange jedoch jeder in sich beides verkörpert,
geht es beinah gut
Vergesst jedoch nicht jene, denen es nicht gut geht.

Das Buch

Ich lese
Ich lese gerne
Ich lese gerne ein Buch
Ich würde gerne ein Buch lesen
Doch ich muß schreiben.

Es ist schwer zu lesen
Ich lese gerne ein gutes Buch
Es hat zu viele Seiten
Was stören mich die Seiten
Mir fehlt die wahre Zeit.

Ich denke, ich würde gerne ein Buch schreiben
Warum?
Weil mir die tollsten Geschichten im Kopf herum gehen
Ich wandere auch in deinem Kopf herum
Wie du zum Beispiel
Was für Geschichten?
Schöne Geschichten von Liebe und Glück.

Denk lieber an die Wirklichkeit
Was ist das für eine Wirklichkeit, die mir nicht das beschert was ich mir erträume?
Nimm dir was du brauchst, der Stärkere gewinnt
Es ist die Wirklichkeit, ist sie nicht auch Geschichte?
Stimmt
Schöne Geschichte von Leiden und Krieg.

Wir lesen
Wir lesen gerne
Wir lesen gerne ein Buch
Wir würden gerne ein gutes Buch lesen
Doch wir müssen schreiben.

Ihr habt es schwer
Man hat es so schwer, wie man es sich selbst macht
Wir lesen gerne ein sehr gutes Buch
Es hat zu viele Leser.

Rufsong

Der Ruf zum großen Widerstand
Bei vielen taube Ohren fand
Der Ruf zur Revolution
Klingt heute schon monoton
Der Troß der heiligen Worte
In leerer Hülle zerspringt
Sie zählen stolz die Orte
Wo man ihre Lieder nun singt
Doch als sie überrannt
Ihr letzter Ort war ein Wand.

Begegnung

1
Ich sitz im Zug und konzentriere mich
Auf meine spannende Lektüre
Die Schatten der Welt huschen kaum gesehen an mir vorbei
Immer wieder verlassen meine Gedanken meinen Willen
Die Abteiltür geht auf.
2
Jung, schlank, lässig, blond , hübsch
Über alle Maßen
Mein Herz pocht heftig
Mein Blick streift bezaubert den ihren
Verliebt ohne Zweifel
Nach äußerer Ansicht.
3
Sie setzt sich ohne Worte
Gedankenverloren bildhübsch
Sie holt eine Zigarette heraus
Ich verliere ständig die Zeile
Heiße Stirn, reiß dich zusammen
Geschichte gegen Wirklichkeit.
4
Haben sie mal Feuer?
Welch himmlische Stimme
Jetzt ein Gespräch, das ist die Chance
Oh, warten sie, ich habe mein Feuerzeug gefunden
Verpasst.

Joker im Spiel

Spieler, Spieler hinter dem Tisch
Behalt die Nerven, verliere die Nerven nicht
Spieler, Spieler ohne Gesicht
Behalt das Glück, behalt es wenn es dich trifft
Behalt das Spiel für dich
Sonst hilft der Joker nicht.

Liebe

Ich mag euch
Hört ihr?
Nein, sie hören mich nicht
Schade
Das nächste Mal bestimmt.

Ich mag sie sehr
Was meint ihr?
Nichts?
Warum nicht?
So sagt doch was
Ach, schade
Beim nächsten Mal vielleicht.

Ich mag dich sehr gerne
Du mich auch?
Sag doch bitte was
Antworte mir doch
Ach, wie schade.

Warum denn nicht?!
Laß mich nicht allein,
steh mir bei
Hilf mir doch
Und weitere Versuche
Er bleibt in Einsamkeit zurück.

Aktuell

Sicherung des Weltfriedens bleibt Hauptaufgabe
UNO
Raumordnung
Gleiche Lebensqualität für Stadt und Land
Tendenz der 80iger Jahre
Auf in den Weltraum, hui!
Ölpest
Taschenspieler unterwegs
Aktuell.

Drehstuhl

Sag mal Stuhl was drehst du dich?
Ich bin ein Drehstuhl
Sag Stuhl bin ich dir zu schwer?
Ich bin eben ein Stuhl
Eben.

Sag mal Stuhl warum drehst du dich nicht mehr?
Ich kann nicht mehr
Stuhl ich war dir wohl zu schwer?
Einen neuen Stuhl her!

Wind

Warm
Zu warm
Heiß
Zu heiß
Glut
Verbrannt.

Wind!

Erlösung
Frische Brise
Kühle
Kälte
Zu kalt
Frost
Erfroren.

Wind!
Tod.

Salomonisch

Was kann so ein Vers so alles bewirken?
Vermutlich weniger als man erhofft
Kann er helfen oder warnen?
Oder ist er in den Wind geschrieben?

Sieh das Licht am Horizont
Sprach Salomon der Zauberer und zog die Gardinen zu
Daraufhin leuchtete das magisch entflammte Feuer in seiner Hand den Weg
Entlang der unendlichen Reise zum Horizont.

Die vielen Gegenstände des aktuellen Gebrauchs
Die vielen tausend Handgriffe mit ständiger Wiederholung
Der Wille zur Zärtlichkeit.

Also zurück zur Liebe!
In der Ferne klingt die Glocke
Achtung, nicht überhören!

Wer tot ist, der hat keine Sorgen
Das ist allgemein bekannt
Darum sterben auch so viele im ganzen Land.

Telefon

RYLOZON 234
Ring!
Ring!
Ring!
Hallo?
Hallo ich bin’s
Ach du, wie geht’s?
Gut
Und dir?
Auch
Wolltest du etwas bestimmtes?
Nein eigentlich nicht
Na dann, weißt du, ich hab jetzt leider keine Zeit
Wir sehen uns sicher demnächst ja?
Ja, klar doch
Machs gut, bis dann
Bis dann, tschüss
Tschüs
Klack
Klack.

Die Woche

Arbeit, Arbeit, Arbeit, Arbeit,
Arbeit, Arbeit, Sonntag.

Interesse, Interesse, Interesse, Interesse, Interesse, Interesse, Liebe.

Stress, Stress, Stress, Stress, Stress. Stress, Ruhe.

Wirklich?
Warum?
Das Leben
Wer sagt das?
ALLE
Wer hat das erfunden?
Wir Menschen
Wer kann es ändern?
Menschen.

Aber nie

Aber niemals werdet ihr euch wehren
Aber niemals werdet ihr die vollen Eimer leeren
Und sie werden euch belehren
Dass ihr euch müsst selbst bekehren
Und ihr werdet euch verzehren
Aber niemals werden sie sich darum scheren.

Keine Worte

Ich sage nichts
Nein, ich sage nichts
Ich sage ganz bestimmt nichts
Nein, nichts
Wieso sollte ich etwas sagen?
Ich sage nichts, nein
Du bringst mich nicht zum sprechen
Dir sag ich nichts
Warum sollte ich dir etwas sagen?
Was sollte ich dir schon sagen?
Ich habe dir nichts zu sagen
Ich weiß nichts, was ich dir sagen könnte
Ich habe nichts zu sagen, was du hören willst
Ich sag dir nicht, was du wissen willst
Ich weiß nichts zu sagen
Ich kann nichts sagen
Ich darf nichts sagen
Ich sage nichts

So schweig.

Oh Schwimmer

Oh Schwimmer
Oh Schwimmer in rabenschwarzer Flut
Oh Schwimmer verliere niemals deinen Mut
Oh Schwimmer schwimme gut
Oh Schwimmer du besiegst das Boot im Kampf
Oh Schwimmer erstarre nicht im Krampf
Oh Schwimmer in Not
Wir werden weinen bei deinem Tod
Doch Schwimmer verliere niemals deinen Mut
Es springt für dich ein neuer Schwimmer in die Flut.

Tomate

Sag Tomate, wann kommst du aus der Erde?
Wenn der Regen kommt
Regen!

Sag Tomate, wann sprießen deine Blätter?
Wenn ich groß genug bin
Groß!

Sag Tomate, wann blühen deine Blüten?
Wenn die Bienen kommen
Bienen!

Sag Tomate, wann reifen deine Früchte?
Wenn die Sonne scheint
Sonne!

Sag Tomate, wann naht dein Ende?
Wenn die Sonne scheint und der Mensch kommt
Mensch!

Mein Tullian

Erzähl mir was von dir und deiner kleinen Rasse
Wir sind klein aber OHO
Das war mir doch klar
Warum fragst du dann so?

Sag mir mal was
Und ich glaube dir das
Denn du bist ich

Als es daran ging sich die Macht zu teilen
Da kamen sie geeilt
Doch als es daran ging die macht zu verteilen
Da haben sie verweilt und bloß noch rumgegeilt
Die Sowjets sind Realisten
Das ist der Unterschied zu den braunen Abenteurern
Kohlspruch
Hört die Bonner Nachrichten
Post aus unsereiner Hauptstadt
Frohe Botschaft an den Frieden
Er dauert schon allzu lange
Frohe Botschaft an die Welt
Wir sind wieder wer
Es lebe der, mit der größten Klappe!

Postkarte

Viele Grüße aus
Viele Grüße von
Beste Wünsche
Alles Gute
Aus der Hauptstadt Bonn

Bööh!
Sei ruhig!
Böööööh!
Halts Maul!
Bööööööööööh!

Zurück an die Bundespost
Adressat verzogen.

Zwergensyndrom

Hilfe ich ertrinke im Rhein!
Ich muß zum linken oder zum rechten Ufer schreien
Ganz egal
Alles besser als in dieser Brühe ertrinken
Es sind noch weitere Figuren im Spiel die stinken
Zum Beispiel so viele elende Zwerge
Das Zwergensyndrom gereicht dir zum Hohn
Nicht jeder Zwerg entpuppt sich als Riese
Begrabt ihn in der Wiese!

Zu denken, dass man ein Buch schreiben will:
Ist leicht
Ein Buch dann jedoch auch wirklich zu schreiben:
Ist schwer
Doch mit dem Spaß kommt die Leichtigkeit des Seins
Aber mir sind die Briefmarken ausgegangen
Ist banal
Bei uns gibt es sowieso keine Post
Eine Erfindung nur für Liebesbriefe
Denn wir Zwerge wohnen in dunklen Höhlen, dort gibt es nur reitende Boten
Eilboten unterwegs!
Wortspiel:
Bedeutet viel
Warum fragst du?

Das Gespräch

1
Sie werden sagen:
Ich sei eine Gefahr für die öffentliche Meinung
Sie werden schüren, den panischen Hass
Doch ich sage euch, das habt ihr gar nicht nötig
Weil die Mehrheit sowieso nur funktioniert, wie ihr sie programmiert
Und Maschinen kann man nicht überzeugen.
2
Ich möchte euch nicht zu nahe treten
Doch die Herde läuft im Trott
Sie werden sagen:
Ich sei ein schwarzes Schaf
Doch ich sage euch:
Gerade das bin ich mit Sicherheit nicht
Ich bin eher ein weißes Schaf in einer schwarzen Herde.

3
Mein Kopf ist voller Vorurteile
Voll vorgefasster Meinungen von sittlicher Vertraulichkeit
Voll unterdrückter Verspannung
Voller Wünsche und Hoffnungen
Voll Liebe und Hass
Voller Schmerzen
Voller Ängste
Voller Träume
Mein Kopf ist doch kein Fass
Mich wird der Schlag ereilen.
4
Dralala, dralala, dralala
Der grüne Bote ist da
Wir verbessern die Welt
Wir fordern die Wandlung des Denkens
Wir fordern den sauberen Rhein
Und in wenigen Jahren werden wir vergessen sein
Dralala, dralala, dralala.
5
Er ist ein besserer Dichter gar
Da fehlt mir noch die Sicht
Drum möchte ich nicht ein Schöngeist sein
Und fahre doch mit Licht
Wer besser ist entscheidet klar das oberste Gericht.

Zweck

Ein kleines Lied
Ja und?
Verklingt die Melodie
Nichts und.
Was für ein Scheiß!
Man hört sie sonst doch nie
Das war ihr Zweck
Ein winzig kleines Lied.

Arbeitersong

Arbeit und Brot
Geben uns Hoffnung und wenn sie fehlen Tod
Arbeit und Brot
Wecken Leiden, stillen Not
Doch niemals ist es gleich bemessen
Niemals war’s gerecht
Jene tun sich überfressen
Andren geht es schlecht.

Brot und Arbeit sind die Mittel ihrer Hilfe gar
Laßt sie schaffen, lenkt sie ab
Denn das bezahlt sich bar.

Kalte Briefe an die Oben
Führen pur zu nichts
Händeschütteln, manchmal loben
Fällt nicht ins Gewicht
In den Zeiten des Verzichts
Sagen sie dir ihr »Nein« ins Gesicht.

Die Riesin

Wo bleibt die Romantik?
Da fragst du zuviel
Romantik ist einfach nicht mein Stil
Oder doch?
Themenangepasst
Vorliebe für lange Sätze
Schon in der Schule entdeckt
Grüße an alle meine Deutschlehrer
Grüße an den Oberzwerg.

Es gibt nur wenige Zwergenfrauen
Dafür aber genug Riesinnen
Knabenhaftes Benehmen ist durchaus beliebt
Die ständigen Ängste vor der herrischen Frau
Gegenrevolution!
Sex als hohes Ziel und Mittel
Kampf der Frau
Kampf gegen die Unterdrückung der Frau
Kampf der Bemutterung des Mannes.

Gleichberechtigung!
Aber viel mehr
Die Frauen von Zwergen tragen schon von Geburt an Bärte
Kurze Gedichte im süßen Klang
Wortgeplänkel
Schwer zu lesen
Schwer zu verkaufen
Kapitalgesellschaft ade
Wieder mal selbst gemeint
Revolution der Schlagwörter könnte man dies nennen
Was willst du über mich erfahren?
Laß uns dichten
Lausche dem Klang der Erklärung ungetrübt
Vielleicht glaubt mir keiner
Bin doch verliebt.

Junge

Junge
Junge du bist ein Mann
Nun halt dich auch daran.

Ich habe kein Glück
Sie sehen mich nicht
Ich hasse sie!
Ich hasse mich dafür
Ich bin zu dick, zu ernst, zu dumm
Ich bin kein richtiger Mann.

Was redest du da?
Auf jetzt, faß dich wieder!
Mach dich nicht selbst verrückt
Selbstvertrauen heißt das Zauberwort.

Junge
Junge du bist ein Mann
Geh nicht kaputt daran.

Gedichte

Solche oder solche Gedichte?
Warum schreibe ich Gedichte?
Aber was für Gedichte?
Du hast recht
Ich denke darüber nach, dass du Recht hast.
Ich sitze im Büro und warte auf Ideen
Eigentlich sollte ich arbeiten
Das Geräusch der laufenden Schreibmaschine hält mich wach.
Hitze
Langeweile
Darum schreibe ich Gedichte
Einfach so.

Was für Gedichte?
Meine Gedichte
Meine Verse
Meine Gedanken
Wie du willst
Wer bitte bist du?
Die Fantasie der Welt.

Große Dichtkunst ist niemals zu erreichen
Sag Tomate warum?
Gedankengänge in ewiger Verfolgung
Sag mir Tomate warum?
Beißen sich in den eigenen Schwanz
Du als Verkörperung des Meisters
Im heiligen Krieg gegen die Abstumpfung
Aufruf zum revolutionären Schreiben!

Die hohe Intelligenz der Science-fiction Autoren
Ist zu bewundern
Doch ihre Mahnungen werden nicht beachtet
Ihre Werke werden gar verachtet
Ausgerechnet von jenen, die es besser wissen müssten
Fantasy ist Träumerei
Ich bin ein Fan von Taschenbüchern
Gedichte bauen auf, auf der Erfahrung anderer.

Solche oder solche Gedichte
Darum schreibe ich Gedichte
Diese Gedichte
Du bist im Unrecht
Ich weiß, dass du im Unrecht bist.

Musik

Musik?
Was ist Musik?
Ich höre Musik
Ich liebe Musik
Kannst du Musik machen?
Nein, leider nicht
Du kannst es
Wie meinst du das?
Du kannst es, wenn du es willst
Deine eigene, ureigene Musik
Film und Tonband deiner Seele
Es gibt keine Seele
Doch, du mußt sie nur finden
Jeder Ausdruck,
Jeder Laut von dir
Ist Musik
Deine Musik
Such sie
Mach Musik
Du wirst sehen, du kannst es.

Eigentlich

Eigentlich sollte ich auch etwas zu meiner Kriegsdienstverweigerung sagen
Aber was?
Begründung
Was begründen?
Ich weiß auch nicht
Es gibt eigentlich nichts zu begründen
Es ist mir ebenso unverständlich
Es geht drum
Wie die Soldaten sagen würden, müssten: »JAWOHL«

Ich verstehe nicht wie man den Kriegsdienst nicht verweigern kann
Aber wieso denn, schießen macht doch Spaß
Du bist kein richtiger Mann, wenn du nicht Soldat gewesen bist
Das sehen vor allem die Weiber so
Warum, wenn du Glück hast, kannst du den faulen Lenz machen
Brauchst dich nicht abrackern und bist früh fertig
Ist ja ekelhaft!
Unfaßbar!
Purer Oberpraktiker ohne Gewissen
Reiner Egoismus
Eigentlich sehe ich das so.

Ich weiß nicht ob ich in der Lage bin Zivildienst zu machen
Aber ich finde der Versuch ist es wert
Dagegen töten üben?
Werden die Leute denn nie klug aus der Geschichte?
Eine abgedroschene Phrase
Verteidigungsarmee!
Lächerlich
Eigentlich sag ich’s ja.

Konservative Erziehung
Vaterlandsgefühle
Durch und durch
Wird ich niemals begreifen
Doch sie bleiben die Basis der Gesellschaft
Und die Angst von Oben geschürt
Mut und Vertrauen sind Fremdwörter
Eigentlich sollt es nicht nötig sein
Es sagen zu müssen
Eigentlich.

Genauso

Ich spreche oft über Dinge von denen ich nichts weiß
Das meine ich aber auch
Man könnte dazu noch so manches ergänzen
Doch ich denke ihr wisst auch so, was ich euch sagen will
Oft vergessen wir über unserer gemeinschaftlichen Probleme, die Probleme und Sorgen der Einzelnen
Aber auch umgekehrt
Zwerg kennst du das?
Dachte ich mir
Die dicken Dealer leben in Saus und Braus
Und Unsereiner Dichter knabbert an trockenem Brot
Und das Schlimmste ist, ich würde es genauso machen, hätte ich die Chance.

Scheißdreck

Scheiß Drogen
Ach was weißt du schon?
Verdammte scheiß Drogen!
Du hast ja keine Ahnung
Ich brauch’s, verdammt ich brauch’s!
Hör auf Mensch, hör auf!
Laß mich
Laß mich in Frieden!
Scheiße, verdammte Scheiße
Nein, nein
Ich hab keinen Bock mehr
Ich will nicht mehr
Ich will raus
Ich brauch einen
Ich brauch einen Schuß
Hilf mir
Hilf mir doch
Nein, laß mich in Ruhe
Scheißdreck, hau ab!
Scheiß Drogen, Scheiß Drogen
Warum hilft mir denn keiner?
Laßt mich allein.

1 mal 1 = 1

Mathematik ist Unterrichtsfach
Mathematik ist Grundlage aller Systeme
Zahlengitter in Ordnung
Wenn nun einer käme und sagen würde: 1 mal 1 = 2
So würden alle Systeme zusammenbrechen?
Selbst wenn dieser eine, die Mehrheit der anderen davon überzeugen könnte, wäre es nicht so
Sie würden die neue Form einfach für richtig halten
Sie würden sie einfach zur Wahrheit machen
Das System hätte Bestand.

Ich steh allein

Reiß dich zusammen
Wie?
Mann, kämpf!
Das kann doch nicht so schwer sein?
Ess ein paar Sahnetörtchen weniger
Ach was Sahnetörtchen
Die hab ich nie gegessen
Red keinen Mist
Du läßt es jetzt
Ja, ich will ja
Na los, du kannst es
Es ist keiner da, der mir das sagt
Ich steh allein.

Dieses nichtige Problem, was ist das schon?
Das geht doch ganz einfach
Das wirst du jetzt schaffen
Nicht von heute auf morgen
Denk an deine Jugend
Denk an die Mädchen
Mann, du machst das jetzt
Los Junge!
Wäre doch einer da, der mir hilft
Du hast noch die geringsten Probleme
Die Schule kommt auch noch.

Du fetter Arsch
Beweg dich endlich
Selbstvertrauenstraining
Mut zum Schritt
Und jetzt schaffst du es, los!
Du bist doch wer
Das sind deine Wochen
Du bist nicht allein
Du schaffst es mit dir.

Der Autor

Ich möchte gerne ein Buch schreiben
Das ist nicht so einfach
Ich schreibe meine Gedanken nieder
Wie sie mir gerade in den Sinn kommen
Wie jetzt z.B.
Ich lese viel und kann doch nicht schreiben
Ich habe Angst
Problem Nr. 1
Ich kann mich nicht konzentrieren
Ich muß noch lernen
Verzettelung.

Ich will ein Buch schreiben
Es wir kein gutes Buch
Ich weiß es
Ich denke zuviel drüber nach
Blödsinn
Ausbildung
Beruf
Abschluß
Sicherheit
Verunsicherung.

Ich muß ein Buch schreiben
Zeit ist Wort
Tut es
Erfahrung
Unterstützung
Liebe
Zweifel.

Ich schreibe ein Buch
Warum nicht?
Die Gedanken zu finden
Problem Nr. 1 again
Ich muß noch viel lernen
Verzweiflung.

Ein Autor ist auch nur ein Mensch
Jeder Mensch ist der Autor seiner eigenen Geschichte
Wie du weißt
Sag mir, wie finde ich den Anfang?
Leih mir deine Zwergenphilosophie
Bitte gib mir den Mut zum Beginn
Zweifel nicht am tiefen Grund meiner Quelle
Versprüh die Hoffnung der Welt
Schöpfung.

Tag der Zusammenkunft von Feder und Tinte
Tag der offenen Tür
Tag deiner Ankunft, Gedanke
Tag im Wissen um ihn
Tag ich bin hier.

Am Tag schaut hin!

Es kann nur ein Gedicht in dieser Form schreiben
Wer schon einen Namen hat
Hast du einen Tullian?
Natürlich, mich kennt doch jeder
Ich bin der Superkosmoszwerg
Bist du auch schon mal um solche Türme herum geflogen?
Sicher ich spürte den sauberen Regen
Klare Politikeraussage: PRO
Also!
Verboten!
Tag um Tag das selbe Spiel
Die selben Figuren, das selbe Ziel
Wo sind die allumfassenden Regeln?
Wer hat dieses Spielbrett gezimmert?
Gott oder ein Dämon?
Und der Apostel Albrechtus sprach: »Es werde ein Buch, das Euch wird helfen, den rechten Weg zu finden.«
Und die Gläubigen verfluchten ihn und schworen sich dieses Buch niemals zu lesen.
Und der fiktive Schöpfer lächelte höhnisch.

Der Turm oder
Arten einer Ausrottung

1
Es ist da ein Turm
Hält Stand jedem Sturm
Kein Turm einer Burg
Kein Mühlrad hängt dran
Kein Antennengeäst
Keine Leuchte am Weg
Die im Dunkel bleibt an.
2
Stolze Form
Bläst weißen Rauch
Viel Geld, viel Zweck
Was jeder braucht
Kraft und Licht
Das ist sein Ziel
Steht unverrückbar fest im Spiel
Als Turm der Macht
Bringt Licht nur einem in der Schlacht.
3
Was nützt uns dieser Turm?
Und all der ganze Rest
Der unsre Luft verpestet
Den Turm den keiner braucht
Die Sorgen türmen sich so auch
Turm im Nebel der Schrecken
Sollst sie alle wecken.
4
Ein Turm der Profite
Der Gier nach dem Geld
Ansehen und Macht sind offen gestellt
Ein Turm den niemand gewählt
Sie rufen zur Hilfe
Zur Mitte ein Turm der niemandem gefällt.
5
Ein Turm in dichter Beschottung noch steht
Ein König der uns zur Ausrottung rät
Man hört sie noch rufen:
»Der Turm ist stabil!«
Noch kurz vor dem Ende übersehen sie den Wurm
Der von Innen zerfrißt ihren Turm
Nun muß man es glauben
Jetzt sind sie am Ziel.

Lebensstern

1
Stille Kammer, Staub besetzt
Voll mit bunten Bildern
Wimpel, Spiele und Pokale
Platten, Bücher, Schreibpapier
Denk an dich so viele Male
Sehne mich zurück nach dir.
2
Hosen, Schuhe, Hefte, Stifte
Alles scheint mir wohlbekannt
Fenster, Bildschirm, Kissen. Laden
Fisch und Vogel an der Lampe
Dienen hier als Zeichen mir.
3
Gleicher Luftzug, holde Düfte
Immerwährende Musik
Zeitungsreste, Würfelbecher
Abgebranntes Kerzenwachs
Erhalten Illusionen hier.
4
Steh nun heute an der Tür
Und mein Blick durchwandert Jahre
Wo ich glücklich war mit dir
Möchte so gerne hier verweilen
Doch das Leben protestiert
Keiner will die Sehnsucht teilen
Die mich zu dir hingeführt.
5
Schreib verloren meine Zeilen
Denn noch ist es nicht passiert
Heute noch kann ich verweilen
Doch wer weiß was morgen wird
Daran denke ich nicht gern
Niemals möchte ich dich vergessen
Den du bist mein Lebensstern.

Aussage

Wir sollten unser Dialoge von jetzt an auf die Gedichte beschränken
Denn ich glaube diese sind aussagekräftig genug
Einverstanden?
Abwarten
Ich möchte ein großer Dichter und Poet werden
Ich möchte berühmt sein
Wer nicht?
Ich möchte viel Geld besitzen
Ich möchte beliebt sein
Wer nicht?
Und das alles nicht erst nach meinem Tod
Man sagt doch, wenn man berühmt ist stirbt man nie
Was willst du also?
Dich trifft alles Glück auf einmal
In Ichperson.

Muttergedicht

Bevor ich Schreiber war, war ich Denker
Bevor ich Denker war, war ich Zuhörer
Bevor ich Zuhörer war, war ich Ich
Bevor ich Ich war, war ich Du.

Ich kann die Sprüche meiner Mutter nicht mehr hören
Und doch möchte ich sie nicht überhören
Ich liebe meine Mutter über alles
Doch sie ist das Opfer ihrer Erziehung
Sie ist das Opfer ihrer Zeit
Traurige Gedanken ihrer verspielten Jugend
Ich hatte bloß Glück, dass ich nicht zu ihrer Zeit auf die Welt kam
Wie viele andere auch
Meine Mutter ist die beste Mutter der Welt
Ich darf nicht an ihre manipulierten Gedanken denken
Für sie besteht keine Hoffnung mehr
Für mich ist es ein ewiges Leiden in aller Kraft.

In diesem Gedanken

In diesem Buch
Finden sich keine zusammenhängenden Gedichte
Und doch sage ich
Das sie darin enthalten sind
Nun, wer sucht der findet
Der findet vielleicht doch etwas
Um was es sich dabei tatsächlich handelt, liegt bei jedem selbst
Das ist doch klar, oder?
Durch die Sammlung von Notizen macht man eine Schrift
Ich warte auf die richtige Schreibmaschine
Oder auf einen Computer, das wäre toll
Aha, er wird langsam moderner
Ich kaufe und lese unentwegt Trivialliteratur, sogenannte
Warum?
Warum ist die Banane krumm?
Warum nicht?

Sommerlied

Hört man ein klares Wasser rauschen
Fällt von den Bäumen Blütenschwall
Löst Sommerhitze Regen ab
Läuft Arko Hund den Pfad herab
Glaubt jeder nur an was er sieht
Lauscht alle Welt nur auf ein Lied
Hofft innig auf den stolzen Sieg
Merkt keiner was, wir haben Krieg.

Hymne

1
Geteiltheit und Unrecht und Gefangenschaft
Danach sollt ihr alle streben
Für euer Land
Mit dem vorgegebenen Feindbild im Herzen
Und den Waffen in der Hand
2
Geteiltheit und Unrecht und Gefangenschaft
Sind das Pfand, das ihr ihnen geben müsst
Zu ihrer Zufriedenheit und zu ihrem Glück
Verblüh in den Strahlungen deines Unglücks
Verblüh unser armes Vaterland.

Begriffe an meiner Tür

Lugelers Höhle
Albrecht der Brillenbär
NOTAUSGANG
Radio 104 Brenner
Achtung! Vor Inbetriebnahme des Mundwerkes, Gehirn einschalten
Die Schule ist geschlossen
SPORTLINE MARTINI
Der Weg zum Ziel
Ziel = Start
Eischlüpfer
VRIESKOOP
Frodo Beutlin
Peregrin Tuk
Kraftwerk
Radioaktivität
Slade
Meckern!!!
Cultur Club
The Wudel
I love books
Mit Witz und Verstand
Nachdenken
Baum ab? Nein danke
Hand drauf
Sagte Bernd H. bevor ihn die siebte Wiederholung zum Einschlafen brachte
TVR
Noch mehr fit!
Fit oder Gicht
Sag mal wieder Danke schön
LUI
Wormser Stadtbibliothek
Ludovik der Große
Omnia mea mecum porto
Porsche Design
Tee bei uns
Helft uns Leben! Ruanda- Aktion
Mein Sport: Tischtennis
Sony
Die Grünen, Rheinland-Pfalz
Verliere nicht dein Gesicht
Der befreiende Genuß
AUSGANG
Macht dich was an?

Vor dem Spiegel

Erfasst vom Wahnsinn der Träume
Der Blick in den Spiegel bringt mir das Grauen zu Bewußtsein
Sie, die Talente im verbalen Dialog
Such ich und hoffe auf den wahren Gegenspieler im Sog des Ich
Die hübsche Diskussion
Interview der Gaukelei phantastischer Erscheinungen
Stoff für viele Seiten
Blasses Totengesicht
Grinsender Schädel im Ebenbild
Spüren der Furcht vor dem Becken
Zu spüren die späte Stunde
Rasende Plagen des schreienden Gewissen
Von der Richtigkeit der falschen Verantwortungsgefühle überzeugt
Angst, unüberwindbare Angst vor dem nächsten Tag
Wissen um die Bedrohung
Zerreißende Nerven im Spiel des Ernstes
Flucht in die allerkleinste kurzzeitige Ablenkung
Vor dem Sturz in die unendliche Tiefe
Erloschener Stern in ungläubigem Glitzern erstarrt
Ausgelöste Krankheit in gleichmäßigem Schwanken
Vor gähnendem Abgrund der hoffnungsvollen Müdigkeit.

Und doch

Das Blatt ist immer noch nicht voll
Was soll ich euch noch sagen?
Ich hätte gar so viel zu sagen
Kann es aber nicht mehr wagen
Ihr lächelt über meine Worte
Ihr nennt mich Lügner, Phantast, Chaot und schlimmer
Ihr werdet sehen, ich geb’ euch einen Grund
Bis dahin fahrt wohl, bleibt gesund und die Erde ist doch rund.

In der Nacht

1
Alpdruck der Nacht in mir erwacht
Licht-Schatten-Spiel bedeutet nicht viel
Benutzter Löffel, Kleider verstreut
Überall das Schreibpapier
Aufgeschlagene Bücher liegen hier
Ein Tag im Amt hängt an der Wand
Beschreibt das Bild, was ich am Morgen fand
Probleme der anderen belasten mich viel
Der Weg zu den Träumen bleibt immer nur Ziel.

2
Onkelgefühle, neu und schön
Ein lebender frischer Wind ist das Kind
In Unschuld mich herrlich betört
Große Augen, Vorbildrolle
In eine ganz andere ungewollte Situation gedrängt
In eine unpassende Weste gezwängt
Ich bin mir mal selbst nicht im klaren darüber
Sitze hier und hoffe es geht vorüber.

3
Selbstbefriedigung als Mittel der Ablenkung
Kurze Wonne, hohe Wünsche, Ausweg vor der Panik
Alpdruck der Nacht, wieder erwacht
Hab mich selbst so oft verlacht
Mir immer wieder was vorgemacht
Welche Rolle spielt noch die zu überwindende Macht?
Wenn die Kämpfer nicht hingehen zur Schlacht.

Hassgedicht

Vor dem Spiegel deiner Liebe
Erfassen mich die Triebe
Und ich folge geil den Sporen
Die du eben erst verloren
Und ich wünsche, du wärest niemals geboren.

Abgeschrieben

Goethes Maifest leuchtet herrlich wieder Natur
Glänzt in der Sonne und ich lache im Flur
Blüten dringen aus jedem Zweig
Höre tausend Stimmen, es ist jetzt soweit
Voll Wonne und Freude schwillt mir die Brust
Oh Erde, oh Sonne, oh glückliche Lust
Verdeck meinen Frust.

Aufruf normal

Alle finden es gut
Wie damals
Es ist heute genau die gleiche Situation
Versteht ihr?
Ihr müsst euch mit der Wirklichkeit konfrontieren
Wacht auf aus euren Träumen
Literatur durchtränkt von konservativem Gedankengut
Wisst ihr was das bedeutet?
Begreift ihr die Ausmaße?
Seht ihr endlich wie schnell es zu spät sein kann?
»AUFRUF ZUM FRIEDLICHEN WIDERSTAND GEGEN DEN SCHLEICHENDEN POLITISCHEN TERROR!!!«
Skandale über Skandale und keiner registriert es
Nächste Woche schon abgehakt
Haben denn schon wieder alle das Denken verlernt?
Skandale gehören zum Fortsetzungsroman, zur Fortsetzungsfernsehserie, zum Fortsetzungskinofilm
Es ist doch alles normal,
wir führen ein prächtiges Leben
Ich finde keine Worte
Die Fortsetzung dessen,
was ihr alle unbedingt vergessen sehen wollt,
bahnt sich unweigerlich an
HILFE!!!
Es sagt mir keiner was
Sie schweigen alle
Wie immer
Es muß früh genug etwas getan werden
Ich kann nur hoffen, ich bin nicht der einzige der so denkt
Weiße Rose erwache!
Laßt uns endlich die Fehler von damals gut machen
Laßt es diesmal nicht mit euch machen
ERWACHT!
Muß man euch mit der Nase darauf stoßen?
Wann lernt ihr endlich selber zu begreifen?
Denkt an damals, es war ganz genauso
Versteckt eure Menschlichkeit nicht
Noch könnt ihr euch wehren
Laßt euch doch nichts vormachen
Wartet nicht länger
Menschen hört euch selbst zu
Versucht selbst zu denken, zu glauben und zu handeln
Es ist schwierig, wir wissen das alle
Doch es ist jetzt notwendig
Das ist kein Witz und war nie ein Spiel
Das Drama beginnt von vorn
Es hat nie aufgehört
Wisst ihr noch damals?
Wie lange muß es noch gehen, bis ihr begreift, was sie mit euch machen?
Sie schreien euch Tag für Tag ins Gesicht:
»NIEDER MIT DER DEMOKRATIE!!!«
Und ihr wollt es nicht hören
Ist es schon wieder soweit?
Erinnert ihr euch?
Aufruf an Alle!

Wer war Gott?

Gott starb bei der Geburt Jesu
Wie findet ihr diese Theorie?
Denn es war kein Platz in der Welt für zwei Götter

Ich will mich nicht hassen
Kopfschmerzen
Beschlagene Brille
Brillenschlange
Sonnenbrille
Sonne des Lebens
Die Musik der anderen
Diese scheiß A.
Oh Gott, oh Gott!

Flugblatt

Wie lange soll diese Rückentwicklung noch gehen?
Schwarzes Denken nimmt überhand!
Eine Regierung hohlköpfiger Superverdiener
Als Diener der Superkapitalisten
Die Menschen gehen kaputt im gnadenlosen System
Eine christliche Partei von Arschleckern und Füßeküssern
Bürger die bloß ihre Ruhe haben wollen
Alles genau wie damals, wisst ihr noch?
Propagandistische Täuschung des Intellekts
Geld über alles!
Hallo ihr Nicker und Jasager
Schaffen wir doch das Grundgesetz ab
Aber sie machen ja schon jetzt was sie wollen
Mit vollgefressenem Wanst sitzt der Bürger da und schaut die Fortsetzung
Zum Abhaken der Geschichte, hat laut unseren Politikern, jeder Deutsche das Recht
Ein Deutscher kann wieder stolz sein auf sein Land
Auf seine außergewöhnliche Rasse
Wisst ihr noch? Sind sie alle umsonst gestorben?
Jubel zur Abschaffung der sozialen Rechte
Jubel zum Anschaffen der atomaren Vernichtungswaffen
Jubel für den Fortschritt
Ein Deutscher kann wieder Feste feiern
Wir haben die Vergangenheit hinter uns gelassen
Die Jugend marschiert wieder für das neue Deutschland
Wann erkennt ihr endlich, dass es wieder anfängt?
Wann erkennt ihr endlich, dass es nie aufgehört hat?
Ihr Biedermänner, ihr Mitläufer, ihr Blinden!
Wacht auf!
Wann begreift ihr endlich wie tief schwarz die Braunen waren?
Und wie tief braun die Schwarzen noch sind?
Beraubt euch nicht selbst des wenigen demokratischen Verständnisses, das ihr seit dem letzten Krieg aufbringen konntet!
Kämpft für die Freiheit des Gedankens in der kommenden Schwarzen Flut!
Wählt richtig, solange ihr noch wählen könnt
Macht keinen Rückschritt, macht keine Kehrtwende
Mach nicht weiter so Deutschland!

Der Kreislauf

Die Ankündigung der Arbeit
Spannung, Vorbereitung, Kameradschaft, Hilfe
Schüler gegen Lehrer
Lernen, Büffeln, Hoffen
Die Arbeit
Jeder für sich
Zeit, Verzweiflung, Freude, Panik, Zeit
Alles umsonst?
Wut, Zuneigung, Zweifel, Zweifel an sich selbst
Zufriedenheit mit dem Lehrer
Die Autorität
Die Klasse, die Masse nicht gleich Klasse
Der Weg durch die Aufgaben
Streben nach dem gesteckten Ziel
Die Hürden, Zeit, Versuch des Betrugs
Lehrerstrenge, Nutzen der Autorität
Selbstmitleid, wie lange noch Herr Lehrer?
Mitleid mit den Schülern, keine Bindung, Zeit genug, keine Zeit mehr
Pfuschen nicht erlaubt, erlaubt ist was hilft
Der eine hat Glück, der andere nicht
Alle sind gleich
Wo sitzen die Lieblinge?
Wer hat nicht geübt?
Der ist selber schuld
Der Lehrer ist unser Freund und Helfer
Flucht der Lehrer in das System
Zeit, Komma, Punkt, aus!
Abgabe
Was gibt der Schüler in diesem Moment alles ab?
Gute Gefühle, schlechte Gefühle
Verzweiflung, Konkurrenzkampf,
Vergleich
Panik, Schadenfreude, Freude, Hoffnung
Verwunderung, Alles vorbei, Erleichterung
Ach was soll’s, es wird verdrängt
Absonderung der Getroffenen
Das sind sie, man sieht es ihnen an, Feindschaft
Freude auf den Gesichtern der anderen, Haß
Die schlimme Zeit des Wartens, Korrektur
Korrigieren der bedeutungsvollen Fehler des Schülers
Die Allmacht der Lehrer
Die Allmacht des Systems
Wir lernen zusammen leben
Wir lernen zusammen töten
Der Tod der Begabung
Ein Schüler muß alles können, dafür ist er schließlich Schüler
Druck der Eltern, Druck der Erziehung, Druck des Gewissen, die Note
Keine Musik, oh nein
Die Note als Ausdruck harter Arbeit
Die Note als Notierung im Notenbuch
Symphonie der Lehrernoten ist das Zeugnis
Es zeugt von nichts!
Richtig und wahr, wir brauchen die Leistungsgesellschaft
Schüler leiste uns Gesellschaft im Streben nach der Macht
Die Rückgabe der Arbeit
Freude, Verzweiflung, Angst, Überraschung
Böse, gute
Erleichterung, Neid, Konkurrenzkampf
Wer sind die Lieblinge?
Vernichtung der Ideale Untergang im System
Es ist alles gerecht
Man kann es schließlich keinem recht machen
Sieg des Systems, alle sind zufrieden
Wirklich?
Die paar Schüler, kann man getrost vergessen
Wer es nicht schafft im einfachen Kreis zu laufen, ist selber schuld.

Spielkind

Ich spiele in einer Mannschaft, Sport
Wir wollen das Spiel gewinnen
Die anderen, die Gegner natürlich auch
Ich spiele den Kapitän
Wir bilden uns etwas ein auf unser Spiel, unser Hobby
Ich will gewinnen
Ich ärgere mich natürlich, wenn ich nicht gewinne
Wenn ich schlecht spiele, zweifele ich an mir selbst
Ich hadere mit meinem Spielzeug, mit der Umgebung des Spiels, mit den Mitspielern, mit der ganzen Welt
Ich bin schuld, alles hat schuld, nur nicht ich
Natürlich ist unser Gegner blöd
Ich bin schlecht gelaunt, ich habe verloren
Meine Kameraden sind böse auf mich
Weil ich es war weswegen das Spiel verloren ging
Ich bin böse auf meine Kameraden
Weil wegen ihnen das Spiel verloren gegangen ist
Ich schimpfe, sie schimpfen natürlich
Es liegt in der Natur des Menschen sich aufzuregen
Das Spiel ist mir wichtig, darum will ich gewinnen
Ich nehme das Spiel tierisch ernst
Die anderen machen das doch auch
Es ist ein tolles Gefühl zu gewinnen
Zu triumphieren über die anderen
Ein Sportler ist sportlich
Wenn ich gewinne, kann ich sportlich sein
Wenn ich verliere, soll es doch der Gewinner sein
Wut, schlechter Verlierer
Und wenn schon, verlieren gehört dazu
Solange der andere sich nicht daran hält
Brauch ich das auch nicht
Jähzorn
Aufregung über ein Spiel
Spiel gleich Ersatzkrieg
Krieg, Spiel
Kriegsspiel, Spielkrieg
Sieger und Verlierer
Teuflische Freude nach dem Sieg
Händedruck, beim nächsten Spiel von vorn
Spielverderber
Bei einem Spiel gehört das alles dazu
In meiner Mannschaft spiele ich ein Spiel
Spielkind.

Figur

Meine Figur ist gut
Alle bewundern mich
Wie hast du das gemacht?
Mensch toll
Mann ist ja phantastisch
Wie hast du das bloß geschafft?
Eai, das könnte ich nicht
Wahnsinn, Irre!
Alles bloß Worte
Ich werde auch wieder fetter
Meine Figur ist gut
Ich mache genauso eine schlechte Figur wie vorher auch.

Einfach beginnen

Mein erster Gedichtband
Klingt gut, nicht wahr?
Wie sehen das die anderen?
Ich hasse diese Frage!
Sie spukt mir nur immer im Kopf herum
Sonst ist der Kopf leer
Allzu gerne würde ich ein gutes Gedicht dir schreiben
Hatschi!
Es fällt mir nichts ein
Zu spät heute abend
Wenn man unbedingt will, dann kommt nichts
Gepresste Kunst
Kunst?
Gute Nacht mein Schatz.

Wirklichkeit

Heißer Kopf, dumpfer Druck, Angst, Herzstechen, Pickel im Gesicht, ungewaschenes Haar, Nachrichtensprecher, schlechte Augen, rasiert ist er nicht
Ängste, Träume, Gefühle in der Hose, Komplexe in der Hose und so
Schlucken, Mitleid, verwirrte Gedanken, Selbstanklage, Berührungsängste
Das Sehnen nach Freunden
Gedanken an Brüste, Gedanken an Muschis, Schamgefühle, Vertrauen auf Glück
Hoffen auf den nächsten Tag
Begonnene Arbeit, Unlust, Zweifel an den Talenten
Krankheit, keinen Spaß mehr
Innere Schlappheit, schlechtes Gewissen, Nostalgie, das ist schön
Leben im Himmel.

Menschling

Der ICHMENSCH
I= Idiot
C= Chaot
H= Hasenfuß
Dieses Gedicht ist so kurz, weil auf dem Zettel auf dem ich es schrieb so wenig Platz war
G= Gut
E= Edel
D= Dumm
I= Idealistisch
C= Chaotisch
H= Hart
T= Treu
Mach dicht Menschling!

Freiheitssong

Verse über schöne Dinge
Wenn ich schreibe oder singe
Gibt es solche noch zu schwingen
Alles doch bloß kurze Freuden
Sinnestäuschung von den Leuten
Könnt ich Noten phantasieren
Würde ich Popbands dirigieren Würden Worte sich nicht reimen
Müßt ich sie zusammenleimen
Und ich weiß auch, dass ich‘s kann
Denn ich bin ein freier Mann, dann und wann.

Titel

Wofür gibt es für alles und jedes eine Überschrift?
Ich bin müde
Ich schau mir im TV die Welt an, wie sie sein soll
Das TV spielt eine große Rolle in meinen Gedichten
Das Wort »Gedicht« kommt mir heute abend schwer über die Kugelschreibermine
Ich denke ich bekomme einen Gripperückfall.

Vorbilder

Ich klammere mich an meine Ideale
Ich sitze vor den Bildern
Maßlos überschätzt
Bücherwelt, Science-fiction, Fantasy, Philosophie, die Lieblingsautoren
Bloß Bilder, Bilderland
Ein schönes Leben
Selbsttäuschung
Ich mach mir etwas vor
Ich kann es aber nicht nach machen.

Mathematikgedicht

Die Rechnung
S = sehr jung –
entweder oder
+ L =Modern % M
+ I = Belesen % Ä W
+ E = Fit % D E
+ B = Strebsam% C L
+ E = Folgsam% H T
+ N = ? % E
= X = Gesellschaft N
% Haß
= !
Das Ergebnis.

Notizen

Frauen, Hosen, Klamotten, Bücher, Kino, Disco, D&D, Futter
So ist das Leben
Wer schreibt das schon auf
Es kommt alles wieder.

Der 13. Weltkrieg

1
Angst vor Bürokratie
Haß auf das Konservative
Selbsthaß
Liebesspiele der Vernunft
Taschendiebstahl
Verwendung aller Werte
Im Krieg der Eindrücke aus den vergangenen Kriegen:
Drei, Zehn, Feuer!
2
Funkenschlag auf die toten Städte der Zivilisation
Versunken im Schlamm der Vernunft
Liebe vor dem Kreuz
Kreuz der siechenden Menschheit im Licht des Herren
Die Herren die, die Welt regieren
Die Masse unterstützt sie durch ihre Liebe und durch ihren Haß
Wellen der Realpolitik schwappen über Gottes Werken zusammen
Welt im Krieg!
3
Gott des Friedens wo bist du?
Das Gehirn der Menschen verkörpert ihren Gott
Die Fantasie zeichnet sein Bild in den Sand des Universums
Bloß raus aus dem Horizont
Flucht ist kein Weg
Der einzige Weg ist die Flucht
Wo ist noch Trost?
Fantasie gibt Gott die Chance
Doch der Gedanke »Gott« ist tot
Erwacht die Liebe zu neuem Leben mit dem Erwecken des Gedankens?
Mit der Liebe erwacht der Haß
Drei, Zehn, Feuerspiele
Welt will Krieg.

Das lange Gedicht

1
Ein langes Gedicht fällt ins Gewicht
Doch ich schreibe es nicht
Weil es mir nicht einfallen will
In der Kürze liegt die Würze
Sagte irgendwer, irgendwann.

2
Tanz auf den Gedanken
Doch ich fühle Schranken
Ich gebe meine Rationalität nicht auf
Die Erziehung fällt zu stark ins Gewicht
Aber ohne sie geht es nicht
Ich kann nicht schreiben ein langes Gedicht.
3
Sehe ich Würfel im hellen Licht
Dort schimmert die graue, staubige Schicht
Wirft Schatten auf mein Gesicht
Der Bart wächst mir nicht
Ich schreibe kein langes Gedicht.
4
Was für ein Unsinn
Ich komme langsam in Fahrt
Meine größte Tat
Ich konnte heute mich nicht konzentrieren auf mein Werk
Ich schreib bloß im Spiel den Namen eines Zwerg
Es war wirklich so, nicht nur weil es jetzt hier zufällig passt.
Die Namen vieler bekannter Zwerge schrieb ich nieder in meiner Spielwelt
5
Ich baue mir ein Zelt aus Gedanken, wie Schranken
Das hatten wir schon mal
Mir gefällt die Bücherwelt
Ein schöner Film im TV
Und ich denke an eine Frau
Träume von ihrem Gesicht
Und schreibe ein langes Gedicht

Ohne Titel

Krieg ist ein Spiel
Leben und Ziel
Tod viel zu viel
Hört ihr den Drill?
Der wenn er will
Klingt gar nicht schrill.

Steckenpferd

Das schöne Mittelalter
Ich bin ein großer Fan
Von Rittern, Schwertern, Rössern
Von Helden, Prinzen, Schlössern
Von Burgen, Bögen, Kämpfen
Kanonenpulverdämpfen und todesstarren Krämpfen.

Vorspiel

Plan, Auto, Weg, Frau
Weg, Disco, Tanz, Plan
Keine Reaktion
Kein Gegenpol
Ablenkung, Trauer, Unsicherheit
Tanz, Plan, Auto, Weg, Frau, Heim
Selbstmitleid, Gedicht.

Sprich

Wenn du gar bleibst stumm
Bist du schrecklich Dumm
Willst du aber sprechen
Wirst du dir die Zunge brechen.

Gedanken eines Lebenden

Warten auf den Sieg
Die Niederlage?
Ein treffendes Beispiel für unser Leben
Das Doppelleben der Menschen
Fantasie und Wirklichkeit oder vertauscht.

Hoffen auf den Sieg
Das Niederlegen des geistigen Körpers?
Das bei Spiel getroffen
Das Leben in zwei verschiedenen und doch gleichen Welten
Wirkende Zeit und Phantomszenerie
Umordnen oder?

Wer soll besiegt werden?
Klärung der Fragen
Wann, Wo, Wie???
Was für ein Spiel wird hier in Szene gesetzt?
Die doppelte Ahnung
Lauschen in die Welt.

Luman & Heifra

1
Es ist so schwer ein Wort zu finden
Gar zu formen und zu binden
An das spätere Wortgefäll
Während die Gedanken schwinden
Träume ich von hohen Linden
Weil sich hier nichts reimen will.

2
Wandle durch den Park dahin
Bin jetzt gar schon mittendrin
Folge den Spuren meiner Wünsche
Sehe einen Schilderwald
Hoffnung keimt in meiner Brust
Und es steigt in mir die Lust
Denn ich denk ich sehe sie bald.
3
Bald hier, bald dort an jedem Ort
Mein Herz vibriert vor Spannung
Ich kann mich nicht mehr konzentrieren
Schieb alle Last weit von mir fort
Und überleg schon jedes Wort
Mit dem ich bei ihr landen möchte
Ich fürchte gar sie zu verlieren.
4
Nun weiß ich nicht wie‘s weiter geht
Da sie nicht weiß wie’s um mich steht
Sie schwindet mir, kann sie nicht sehen
So darf es nicht geschehen
Die hohen Mauern sind im Weg
Ich kann nicht raus, es ist zu spät
Der fremde Wind ihr Haar durchweht
Es kommt auch hier kein Zorro an
Die Liebe sprießt und welkt schon dann
Fang gar nicht erst zu reimen an
Von Heifra und Luman.

Schissmarr

Wie kann man sich des Lebens bewußt sein?
Wenn man doch weiß, dass man tot ist?
Dichter sind allwissend
Wissen jedoch nichts wesentliches
Denn was ist Wissen anderes als Selbstbetrug
Ein Gedanke besteht aus tausend Wiederholungen
Der Tag der Erlösung wird nicht kommen
Da der Tag der Hoffnung vorbei ist
Ich hasse Ebent!
Es gibt die gelben Tage und die Nächte
Fürchte nicht was du zu fürchten hast
Siehst du einen Wolf, so liebe ihn
Tage der Gewalt lassen ihn kalt
Warum?
Ein Weg ohne Ziel kostet nicht viel
Die Straße zur Straße.

Wochenende

Woche ohne Ende
Tag für Tag das gleiche Spiel
Müdigkeit, verklingt am Ziel
Vorfreude, Hoffen auf Musik
Zu Beginn des großen Krieg.

Wo sind die Guten, wo die Schlechten
Schluß mit der Arbeit
Das ist Rechtens
Heim, die Fahrt in den häuslichen Frieden
Krieg der Seele
Zögern, Unentschlossenheit, treibt die Angst
Zu weit
Für den Krieg ist ja noch Zeit.

Hoffen auf Musik
Kurze Freuden ohne Schick
Enttäuschung ohne Ende
Verrückte Freunde
Einsamkeit vorbei
Montag wieder frei.

Kalte Tränen

1
Kalte Tränen aus den Wolken
Triefendes Balkongestell
Karomuster vor dem Fenster
Unerschöpfter Wasserquell
Tropfen gleiten ihre Bahnen
Pfützen wabbernd zirkulieren
Helle Blitze jeden mahnen
Donnerschläge sie parieren.
2
Hagelkörner unerschöpflich
Dringen durch des Daches Wand
Da fällt noch ein kleines Tröpfchen
Das den Weg zur Pfütze fand
Taucht nun unter in den Fluten
Aufgelöst und unerkannt
Dunkle Schatten, tiefes Grollen überziehen das ganze Land.
3
Eisigkalte Nebelschleier
Straßenspiegel, Frost im Klee
Kleiderberge unaufhaltsam
Tapsen zitternd durch den Schnee
Allen tut die Kälte weh
Wasserplatschen, tiefes Stöhnen
Kommt das nicht vom großen See?
Jemand sich ein Bad wird gönnen
Und ich trinke meinen Tee.

Tullians Pfade

1
Wald der großen schlanken Bäume
Wald der kühlen tiefen Seen
Wald der Farne, Kräuter, Büsche, Pilze, Beeren, Nüsse
Wald der Schatten, Lichtreflexe
Wald der Quellen, Flüsse, Bäche
Wald der Täler, Hügel, Schluchten
Berge, Wiesen, stillen Buchten
Wald der Blumen und Gedichte
Wald des Schrat
Wald von Tullians Pfad.
2
Wald der Träumer und Phantasten
Wald der Felsen, Hölzer, Blätter
Wald der Wälle, Steine, Äcker
Wald des immer guten Wetter
Wald der Pflanzen, Tiere, Monster
Wald der Feen, Hexen, Elfen
Wald der Wichtel, Zwerge, Gnome
Wald der Höhlen, Äste, Gräben
Wald der Brunnen und der Teiche
Wald des Waldes Wächter
Wald des Lichtes Töchter
Wald in dessen Mitte, einsam steht des Tullians Hütte.

Macker L.

Ich habe da irgendwie das Bedürfnis mir alles von der Seele zu reden und zu schreiben.
Ich will alles in Worte fassen
Was ich sonst nicht fassen kann
Was mir gerade so einfällt
Ich lausche dem Fernseher, der Musik, den Worten und schreibe die umgesetzten Gedanken
Das 5. Kapitel meines Buches ist fertig
Ich klammere mich daran
Alles andere geht schief
Ich bin eigentlich völlig fertig
Tausend Probleme stürzen auf mich herab
Ich vergehe selbst mit Leid.
Ich weiß es und finde es richtig so
Nein, ich hasse dieses Ich
Ich hasse mich
Ich liebe meine Körper
Ich liebe meinen Geist
Ich hasse den Schüler L.
Ich hasse den Spieler L.
Ich hasse den Kollegen L.
Ich hasse den Mann L.
Ich hasse den Sohn L.
Ich hasse den Typ L.
Ich hasse den Namen L.
Die Welt mag L. nicht
L. mag die Welt nicht
Ich bin stolz auf den Schreiber L.

Ich will es

Ein unerkanntes Gedicht ist wie ein noch nicht gesendetes Fernsehprogramm
Doch vor den Fernseher setzen sie sich trotzdem
Was kann ein Dichter, der noch keiner ist tun um einer zu werden?
Wie kann er die Aufmerksamkeit auf sich lenken?
Worüber soll er schreiben?
Was ist ein aktueller Dichter?
Wo ist der Weg zum Erfolg?
Was soll man auf den Buchumschlag schreiben, damit die Leute stehen bleiben?
Wen soll man fragen?
Studieren geht über Probieren
Oder war das umgekehrt?
Dort steht die Adresse
Doch ich zögere noch
Man hat schon soviel darüber gehört
Wie geht es nun weiter, so helft mir doch
Unausgestandene Ängste vor der Enttäuschung
Help me
In der nächsten Abhandlung
Your Macker L.

1987

Singsang Live

1
Lange nicht mehr hab geschrieben
Alte Leute hören nur noch zu
Hat ihr Elend mich getrieben?
Ist die Zeit gekommen?
Macht sie mich beinah zu hastig steif
Hab noch nichts gewonnen
Sehe im Spiegel meinen Zorn doch immer live.
2
Moderne Worte trüben oft das Goethebild in mir
Wechsle häufig Themen, Orte
Dichte doch aus Sehnsucht nur nach dir
Oh du unbekannte Schöne
Oh du allerliebster Traum
Wie gern ich mich, an dein verschwommenes Bild gewöhne
Vermisse dich in meiner Blindheit kaum.
3
Viel zu stolz auf leere Zeilen
Viel zu faul
Und doch vor Strenge schreck zurück
Will nicht enttäuschen
Fühle mich doch in hoher Freiheit
Im Kampf zum Guten mit Gewalt
Zur Nichtgewalt gezwungen
Hüte locker, beinah lässig
Widerstrebende Gefühle
Für ein unverdientes Glück.

Im Wald

1
Hohe Büsche, stolze Bäume
Folgen mir auf Schritt und Tritt
Sind wie Kläger vor Gericht
Glauben mir die Blindheit nicht
Laufen hastig, laufen schnell
Stumme Rächer, Schuldbewußtsein
Friedlicher Appell.
2
Unser Wald wird merklich lichter
Baum um Baum verreckt
Wegenetz wird immer dichter
Und maßlos verdreckt
Ahnungslos und ohne Ohren
Durchleben wir den Tag
Hoffen noch, sind doch verloren
Auch wenn‘s keiner glauben mag.
3
Lautes Schweigen wirkt bedrohlich
Tote Äste, Rindenreste
Mahnend ruft vom Berg herab
Kahler König unaufhörlich:
»Stellt doch die Maschinen ab!«

Letzter Eindruck
( Zug 3 )

Graue Dühnenepfade zeichnen sich am Himmel hell
Wolken, Dämpfe, verstecken Mauern
Noch viel grauer, aktuell
Fahr vorbei im Zug so schnell
Sehe doch das rote Glühen
Glitzerleuchten überall
Kann doch diesen Duft verspüren
Höre monotonen Schall
Tote Höfe, alte Häuser
Eisenstangen, Rostbefall
Sehe sie hetzen, sehe sie laufen
Alle warten auf den Knall
Kabeltürme, hohe Greifer
Über Feldern, Äcker stehen
Rieche Morgen, sehe Krähen
Sich stolz vor ihren Scheuchen drehen
Letzte Lampen leuchten eifrig
Unverdrieslich vor sich hin
Hoffe gespannt, nervös
Üb fleißig, bin schon in der Maske drin
Ist schon nicht mehr eine Qual
Wenn nicht jetzt, das nächste Mal
Wird’s wohl sein das letzte Mal.

Die Brücke über

1
Mitten auf der Brücke
Stehe ich und bücke mich
Und finde nicht
Was eigentlich
Wesentlich.
2
Brücke führt zum Doppelziel
Entscheidung fällt mir furchtbar schwer
Streng mich an
Und bleibe doch für immer leer.
3
Brückenträger
Sehr stabil
Dick und fest
Vogelnest
Bautenrest
Gibt Richtung an
Wer sucht der kann
Sich gnadenlos verirren
Und alle anderen verwirren.

Und sonst

Harte Worte werden vernommen
Zielprofile zerschmelzen und kommen
Dummes Schweigen
Hilft nicht viel
Unvorsicht schon bald benommen
Gedankenspiel klingt nach viel.

Was sag ich?

1
Es ist nicht zu glauben
Extrem schwarzer Groll
Völlig verdorben
Von Kindheit an toll.
2
Sie ist nie zu retten
Unfaßbar verdreht
Auf Bildern und Decken
Vergöttert bis spät.
3
Hält nichts gar von Bildung
Erziehung verpaßt
Trägt nichts bei zur Milderung
Ihr völlig verhaßt.
4
Wird niemals das Gute, gut nennen
Als richtig nur Schwarz akzeptieren
Die Namen will sie nicht hören
Denn auf Wahrheit glaubt sie zu schwören
Was wir als Lüge erkannt.

Im Zug 4

Halt
Ort
Fahrt
Halt
Ort
Fahrt geht weiter
Trittbrett zum Zug nach?
Ihm
Unbesetzt für lange Zeit
Schaffner nicht weit.

Aber was sollen wir tun?

Objektiv ist niemals niemand
Jeder kennt den Vaterspruch
Ist man jedoch unverdrossen
Ständig immer zugeschlossen
Führt das dann zum Vaterbruch
Wer nun das nicht will
Der schweigt schüchtern still
Tritt nur noch dann auf vor gemalter Stelle
Und man vergißt ihn in der Schnell.

Große Reden, wahre Dichtung
Nützten meist nicht viel
Wo der Vorteil all der Schwarzen
Deutlich ist ihr wahres Ziel
Unvernunft ist ja Vernunft
Wenn man’s sieht aus ihrer Sicht
Denn sie bedenken, bei ihren Plänen
Die sie eifrig schmieden
Schließlich all die Kleinen nicht.

Wer als Opfer sich betrachtet
Unbewußt und überzogen
Für ihr Werk sich selbst nicht schlachtet
Sie nicht bestärkt in ihrem Drill
Bringt die Trotzkarte ins Spiel
Und sie gegen eigenes Profil
Immer näher ihrem heiß ersehntem Ziel
Ob man möchte oder will
Wie man‘s macht so geht es schief
Und so wird man und so bleibt man subjektiv.

Erster Eindruck

1
Erster Eindruck
Große Panik
Angst noch vor dem Selbstgefühl
Blickkontakt
Knallhart doch spanisch
Mauer vor der Wirklichkeit
Freundlichkeit
Schier undurchschaubar
Kritik löst eigene Sperre aus
Was kommt für mich dabei heraus?
Zitterhände
Eindruck schinden
Lüge, Lüge überall
Dumpfes Dröhnen
Hoher Schall
Angst und Hoffnung
Drauf und dran
Werfen fast mich aus der Bahn.

Zurückfinden

a
Traumschloß eingebrochen
Der Zweifel nagt fatal
Doch weher mich unverdrossen
Vor jenem großen Knall.
b
Nimm nicht alles so ernst
Seh nicht überall
Das Böse und das Gute
Sieh zu, daß du noch lernst.

Sportliches

1
Ping, Pong und Schuß
Ein Hochgefühl
Im Freudentaumel wanken
Was sonst so still und beinah kühl
Durchbricht nun seine Schranken.
2
Der Mannschaftsgeist
Durchströmt uns stark
Was manchmal leider fehlen mag
Auge in Auge
Unverdrossen wir der Gegner abgeschossen.
3
Ist es Kampf?
Ist es Krampf?
Ist es Spiel?
Wir wanken schon mal und wir siegen doch
Es zählt für andere meist nicht viel
Und ist für uns doch höchstes Ziel.

In der Ecke

Warte auf Gedanken
Durchforsche Vater-, Mutterlabyrinth
Fühle graue Bücherrücken
Sehe da im Spiegel noch ein Kind
Denke ungern noch an meine Grenzen
Glaube das ich keine find
Spotte über selbst wie immer
Hoffe noch auf diesen Schimmer
Vermute Licht in einer Ecke
Bewege mich stets darauf zu
Muß doch jetzt der nächste sein
Bin nicht schneller auf der Treppe
Wie die kleine Weinbergschnecke.

Kalte Wut

1
Letzter Morgen
Unerschöpflich nebelig
Finde nie die Ecke drum
Seh sie sitzen
Sich ergötzen
Gott was sind sie furchtbar dumm
Hören nicht zu und sitzen da bloß rum.
2
Kalte Wut
Will mich ergreifen
Lausche, lausche dann und wann
Selbstgefühle
Niemals reifen
Wenn ich mich von ihnen nicht befreien kann.
3
Neue Lampe
Weihnachtstage
War so stumm und weine drum
Totes Schweigen für die Lieben
Hilft mein Schreiben ihrem Siegen?
Tu sie noch im Glauben wiegen
Sind so stolz mich noch zu kriegen.
4
Hilfe
Mann
Frau
Ich muß hier raus!
Sonst gehen mir die Lichter aus.

Lied des Lebens

1
Unverblümte Lebensfreude
Spaß und Liebe überall
Schau nur wie er grinsen kann
Hör mir zu
Nur für Minuten
Lauf nicht weg
Hab Freude dran
Spiel mit Masken
Zuckerbroten
Bin für dich der starke Mann.
2
Taschentücher winken eifrig
In der Spitze brennt das Licht
Politik bleibt unbegreiflich
Darum machen wir sie nicht
Bäume sterben
Flüsse trocknen regelmäßig aus
Lachen munter, tanzen fröhlich
Finden immer wieder einen Weg hinaus.
3
Im trocknen Wald da blasen Hörner
Alles Eis kehrt zum Teich zurück
Gestorbene Spatzen singen nicht mehr
Sammeln Körner uns zum Glück
Und es bleibt am Ende nur ein kleines Stück
Unverhofft im frohen Schmettern
Sehen wir nur ein schwaches Licht
Denn der Engel würde gerne
Aber glaubt uns wieder nicht.
4
Wir sitzen hier im festen Stuhl der Träume
Die Weisheit unsrer Väter ungläubig verraucht
Unsre Freude, unser Jubel wird gebraucht
Fällt doch nicht mehr ins Gewicht
Sogar reimen tun wir dämlich
Stehe vor dem Spiegel, hör mir zu und sag’s mir ins Gesicht
Tröste mich mit jenen Worten
Bleibt beschämlich aber dafür ist es schlicht.

Parkzeit

1
Lange suchen
Autogefühle unerkannt
Strömt der Regen übers Land
Fahre schnell und halte trotzdem deine Hand.
2
Endlich eine Lücke im Gefühl
Einmal blinken schnell
Weiße Wolken am Himmel Hell bis grell
Rieche dein Haar und streiche deine Wange
Parke ein
Übersehe beinah rechts die fremde Fahnenstange.
3
Springe auf und ab
Steig der Bürger Bieder
Schauen nie herab
Weihnachtszeit bricht ab
Silvester folgt im Trab
Erschreckt die Tiere
Schießt sie nieder
Betrachte deine hübschen Augen
Möchte dir so alles glauben
Reifen quietschen
Greller Ton über meine Reaktion.

4
Bunte Bündel laufen hastig
Scheibenwischer taugen nichts
Fall mir selber dann zur Last
Streiche dein Bein und bin nur Gast
Käufer, Renner, was ihr wollt
Wenn der Rubel doch nur rollt
Kindlich, einfach, königlich
Glaub mir doch ich liebe dich.
5
Setz zurück und komm nie wieder
Rote Lichter seht ihr nur
Immer dichter hält der Schwur
Setz dich ab am nassen Rand
Du bleibst zurück in deinem Land
Sprüht es doch an jede Wand
Parkuhr Ende, sie nicht fand
Neue Frauen braucht das Land.

Staatsparade

1
Glaube der Nation
Lächerlicher Hohn
Nicht in diesem Ton
Drüben steht der Thron.
2
Munter mit Musik
Feiern sie den Sieg
Während ich hier lieg
Ist da draußen Krieg.
3
Schwingt die Donnerreden
Hört den Klängen zu
Laßt die Würmer leben
Denn sie mehren sich im nu.
4
Muß sich alles reimen?
Klingt es dann erst gut?
Hört doch auf zu träumen
Glaubt an eure Wut.

5
Strophen vieler Lieder
Habt ihr schon gehört
Singt auch das noch nieder
Was die Waffen nicht zerstört.
6
Staatsparaden schleichen
Zerschmettern euren Stolz
Auch ihr seit für sie Leichen
Auf ihrem Brett aus Holz.
7
Laßt mich das jetzt noch sagen
Auch wenn noch vieles fehlt
Ihr müßt es wohl ertragen
Was lebenslang euch quält.
8
Noch hört ihr die Fanfaren
Verzerrte Hymnen singen
Bald schon laßt die Tataren
Euch neue Freiheit bringen.

Wie denn?

1
Sheriff der braven Bürger
Retter des Gesetzes
Ihr Gesetzeswürger
Seit Gefangene des stählernen Netzes.
2
Doch kommt einer mit der großen Schere
Bringt den Mut dazu
Greift er nicht ins leere
Sondern jeder hält ihm plötzlich zu
Läßt ihn liebend gern in Ruh.
3
Endlich hat der Böse mal gewonnen
Fällt das Gitter vor dem Tore zu
Endlich kann er sich im Glanze sonnen
Steckt ihn niemand in die Wanderschuh.

4
Sagt der Bürger einmal so
Hört die Quelle auf zu sprießen
Jeder Fluß hört auf zu fließen
Sagt der Bürger wieder so.
5
Aber wie denn soll‘s gedeihen
Wenn ihr sie im Unklaren laßt
Sie werden doch nur dann erst schreien
Wenn die Chance schon längst verpaßt.
6
Vater laß die Kinder wachsen
Zwäng sie nicht in dein Kostüm
Und sie turnen, machen Faxen
Denn sie sind noch ungestüm.
7
Steht der Wächter vor dem Tor
Wird auch nichts das offene Gitter nützen
Kommt kein Funke Hoffnung daraus hervor
Denn die Kinder werden niemals ihre Eltern stützen.

Zeitbumm

Noch auf weit entfernten Gleisen
Hört man ihr erklungnes Horn
Auch bei wunderbarsten Reisen
Packt dich einmal mal der Zorn.

Lauscht den Bombern
Wie sie kreisen
Seit ihr auch genug in Form?
Für das letzte Sturmsignal
Und den allerletzten Knall.

Ja?
Dann könnt ihr auf die Anderen scheißen.

Party

Fete
Party
Fest
Silvester
Muß alles wirklich sein?
Viele Leute
Rauch
Viel trinken
Spielen, tanzen, lachen
Nein
Viel zu fressen
Tränen
Sorgen
Eulenspiegel
Freundschaft
Allein
Und der X bumst deine Schwester.

Und es begann alles so wunder…

Wunder
Wunderlich, traumhaft schön
Wiedersehen, Zahlenfigur, Luftschlangenwetter
Oben auf dem Turm
Er stürzt im Zorn

Hart, laut, Chips
Graue Hosen, Matratzen
Warme Jacke, Wasser
Musik very loud
Warten auf das Glück
Warte komm zurück!

Noten Punk go
Drum aber so
1986/87 oder nicht?
Ankes Herkunft
Langjährige Suche eines anderen
Endlich gefunden.

Ich lebe noch
ABER
Einstein Song
Love me
Let’s dance
You need of.

Aber wie denn?
Tom Ballenpelka
Spiel auf Verdacht
In Glitzersternnacht
Aber nicht mehr erwacht
In dieser Schlacht
Wunderbar.

Wie es begann
Verklingt der Gesang
Wunderwasser, Zauberturm
Letzter Weg im Endloszorn
Wunder wann?

Tali, Talu, mein Herr

1
Musik der Meister bringt ungeheuren Drang
Zum Erfolg der grandiosen Höhen
Schöne Mädchen, viel zu jung der selbst
Glitzerschmuck im Blick der Welt
Es blitzen die weißen Zähne
Mit den Worten des Erfolgs
Kräfte im Duell.
2
Und unser Gott gibt mir die Kraft
Zu tun, was immer er von mir erwartet
Herr vergib ihnen und mir
Obwohl wir wissen was wir tun
Laß mir meinen falschen Stolz
Und Herr erhalte mir meine Angst
Denn dein ist der Schmerz dieser Welt in Ewigkeit.
3
Die Geschichte des armen Studenten C.
Sprschproblemeduo wenn diese Show zuende ist
Verlasse ich die Stadt
Laß den Bart dir wachsen
Die Brille rutscht perfekt
Sie sollen selbst abkratzen
Was sie auch selbst verdreckt.

4
Musiken der Straße von Amerika
Jenkee-Dudel für die Ohren der Welt
Schwarz-weiß im Spiel
Liebe für die Schönheit
Notenshows, geschichtsträchtige Zünfte
Stolz erstickt im letzten Wort
Im Alter-Jugend-Kontrast
Hassen? Warum?
Es fehlt das Gespräch
Ende der Rapsodie
Tali, Talu, mein Herr.

Mitternacht in Sicht

Mitternacht in Sicht
Fehlen der Nation
Warum?
Aber nie
Aber wie?
Sowie.

Aber wieso denn nicht?
Warten auf das nächst wunderschöne Gedicht
Warte nicht
Lausche nicht
Ihr starrer Blick
Findet magisch zurück
Rote Renner
Immer schneller
Holz im Keller
Wetterberge
Gartenzwerge.

Remmbrand
Tote Ritter
Fußballrecken
Popgewitter
Pademike, viel Musik im Taschenkrieg
Hör die Trommel
Sitze stumm
In den Ecken nur herum
Bin ich dumm?

Meer der Küsse
Sympathie wie noch nie
Hochgenüsse
Cowboystiefel
Aschenbecher
Phrasentrescher
Hohngelächter
Ettikettenwächter
Stehen an der Bar und trinken
Werfen die fesselnden Blicke
Und hoffen auf erlösendes Winken.

Irgendeiner sagte mal

Die einzige Alternative zum Schreiben ist der Selbstmord
Ich sage, der Tod ist die Braut des Dichters.

Manchmal, manchmal, manchmal grau
Und öfters blau
Taschenspiegel
Grau zurück im ganzen Stück
Aber nie wieder Bericht an Weib.

Wunderknabe
Hohe Tage, Graumusik
Nachtträumer
Aber wieso nicht?
Träumen ist ihre gottverdammte Pflicht.

Ohren frei
Echte Sauerei
Dummerei einerlei
Sie schlafen in Grau
Durch die Schatten der lebenden Frau
Sehr schlau.

Manchmal mit, manchmal nit
Ansonsten aber fit
Kahle Eulen fliegen
Wenden und finden
Trifften zurück.
Wundergabe
Schlechter Tag
Wundersame Nachmusik
War alles schon mal da
Und wird nie wieder kommen so wie jetzt.

Sie wußte nichts von ihm
Und hat er es auch nie gesagt
Sie taten und sie wußten doch ihr Spiel
Er wußte nix und schrieb so viel.

Zu sentimental

Trostlos
Blondes Haar
Sieg im nu
Proste dir zu
Und bin allein zuweilen
Einsiedlertrip wozu?

Tanz der Bräute
Amüsiert die Leute
Turmspatzen pfeifen
Ihr trauriges Lied
Von Dächern die es nicht mehr gibt.

Kaugummisong
Waren an der Theke
Spielen, warm lieben
Warm durch und durch
Da erschallt ihr Gong.

Kalte Füße
Mir ist kalt im Hüttenwald
Liebe sie hier und liebe sie bald
Hoffe beklommen
Und hoffe verschwommen
Bestell ihr schöne Grüße.

Namenspfad

Vadder Friedrich A
Mudder Lilo M
Oma Auguste W
Fred, Dedda, Friedrich J
Biggi G
Quagel Sven
Luchris, Lütte C
Aber sie finden es nicht lustig
Weil sie sich zu wichtig.

Frauen

Denkt auch einer an die Frauen des Landes?
Mir fehlen die vielen Worte jedes mal
Vorhin hatte ich sie im Geiste noch klar vor mir
Sadismus das schreiende Unrecht der Männerherrschaft
Alles sträubt sich in mir gegen diesen Ausspruch
Ich brenne.

Frauen sterben am Tod ihrer Männer
Männer leben vom Tod ihrer Frauen
Frauen lieben den Haß und die Lust
Männer sind sanft und leben in Frust
Frauen glauben an Teufel und Götter
Männer vergessen ihre Vernunft
Wenn sich zwischen ihren Beinen der wahre Herr meldet.

Frauen sind Sklaven wie Herren
Ihre Legion die steht
Frauen können alles erreichen,
fast alles in dieser Welt,
was vom Bett aus geht
Für Männer ist es beinah zu spät.

Immer bereit zum Kampf gegen das eigene Geschlecht
Frauen sind eifersüchtig, habgierig, neidisch, zornig und stolz
Frauen leben mit fadenscheinigen Inhalten
Doch Männer brauchen Frauen und Frauen nutzen dies kräftig aus.

Das lieblichste Geschöpf auf der Welt
Säht Zwietracht, zerstört jede Freundschaft
Wo solche nicht hält
Frauen wehrt euch!
Laut und heftig
Doch ihr werdet immer Frauen bleiben
Einer muß die Frau ja sein
Frauen sind nicht zu vermeiden.

Liebessinnen

Liebe ist, das Glück zu wissen
Daß man alles richtig macht
Jeder liebt den dem er wirklich begegnet
Wer niemals die Chance hat sich zu begegnen
Wird sich niemals ineinander verlieben
Liebe ist der Hunger
Die Schönheit
Ist Geilheit
Ist Sex
»Wir lieben uns« ist eine ungeheuerliche Lüge
Und doch die reinste Wahrheit
Im Fluchtraum des Systems
Sie sagen nichts?
Warum auch.

Ruh

Niemals im Krieg
Niemals zum Sieg
Niemals vernommen das Friedensgeläut
Sehr blas im Film
Zehn Uhr zuviel
Zeitfall.

Liebe Lucy

Ich weiß nicht wer du bist
Ich finde es aber unheimlich toll was tu machst
Ich weiß nicht ob du jung bist oder alt
Ich habe keine Ahnung ob du schön bist oder häßlich
Trotzdem bist du für mich wie die aufgehende Sonne
Deine Schönheit ist für mich unzweifelhaft die Größte
Scheiße…
Hör zu!
Ich möchte das du meine Gedichte liest
Obwohl ich nicht weiß wieso ich das eigentlich möchte
Irgendwie bin ich fertig
Ich will nicht all den Scheiß erzählen
Was erwartest du von mir?
Nicht böse sein.

Fieber

Videoshop
Fieber
Sex auf dem Teppich
Leidenschaft
Alptraum
Am offenen Fenster
Lichter, Gesichter, Dichter
Vor einer Stunde noch im Loch
Wonach schon immer gesucht
Uhr
Flimmerkiste
Amgst, Haß
Hase
Flechte
Schlecht vor Ihm
Naund.

Wahlgedanken

Ein Sieg und doch verloren
Vier weitere graue Jahre
Revolverkugel nah
Es wird sich nun erweisen
Wozu sie wirklich fähig
Bald sieht wohl jeder klar
Das fette dumme Grinsen
Aus tiefster Seele kommt
Erweckt verschüchtertes Winseln
Verschafft Mehrheiten prompt
Noch nie haben sie verloren
Es wird auch niemals sein
Sonst greift die Wehrmacht ein
Es ist nicht mehr zu kommentieren.

Reue

Den Kampf verloren
Die eigenen Worte der Tafel
Gaben mir den absoluten Rest
Schwarzer Vollsieg
Mein Leben verändert
Der bewußte Laden
Hilfe gegen Komplexe
Die ungezähmte Wut der verlorenen Augenblicke
Schock!

Bekannter in Sicht
Nachts um Zwölf kommt die Reue
Immer das selbe von der Klotze
Vertuschte Liebe
Falsches Spiel
Vorgaukelei einer Traumwelt.

Flucht vor dem Frauenbild
Freundin oder nicht
Harte Worte vor dem Spiegel
Feigheit gewohnt.

Die Augen fallen mir zu
Erst die furchtbare Lust
Dann die heuchlerische Reue
Bis zur nächsten Lust.

Bin nicht mehr zu befreien
Teufelskreis der Komplexe
Alles sträubt sich in mir gegen ein Geständnis.

Dauernde Selbstanschuldigungen
Liebe zu den Gedanken
Angst vor der Einsamkeit
Druck der leblosen Seele
Kampf um den Zwiespalt
Alptraum des Tages
Liebesträume der Nacht
Niemals aufgewacht
Das wäre wunderschön
Im Schlaf der Realität verdreht.

Und die Liebe fliegt herum

Zahnradbahn mit schwerem Gang
Keiner zieht die Bremse an
Und sie spüren das Gefühl
Glauben, hoffen auf ihr Ziel
Und sie wissen es ist kein Spiel mehr
Ganz dicht beisammen.

Und die Liebe, Liebe fliegt herum
Und niemand, niemand kümmert sich darum
Und die Triebe, Triebe schweigen stumm
Ich sehe dich dort stehen
Und muß doch weiter gehen.

Mmmm, mmm, mmm, mmm
Da, da, da, da, da, da, da, da!
Und die Liebe, Liebe fliegt herum
Stehe rum, warte auf die Blumen
Höre Summ, warte auf die Bienen
Warte stumm.

Unfall

Fahre da hin
Auto neben Autos
Ampel auf Rot
Schönes Gesicht im Wagen nebenan
Gelb, Grün
Bremse los, Kupplung, Gas
Scharf links
Zu scharf
Plötzlich die Insel
Lenkrad herum
Erster Schlag
Rase auf den Bordstein zu
Panik, lenken
Zweiter Schlag
Lenken
Alles vorbei.

Waldfahrt

1
An der Ecke steht ein Schild
Vorsicht ungezähmtes Wild
Und er hängt am Steuerrad
Folgt mit 50 diesem Pfad

2
Achtung Sperre
Jetzt kommt Wald
Achtung Regen
Es wird kalt
Achtung Hoffnung
Keine Kurve
Nirgends Schilder mehr zu sehen.
3
Und die Blätter winken traurig
Keine Rinde, alles kahl
Fahre Rallye, fahre Stil
Auf dem Weg quietscht das Profil.
4
Dort ein Rehbock vor dem Kühler
Dort ein Hase im Gebüsch
Und im Auto wird es schwüler
Scheibenwischer wischen eifrig
Lassen rote Streifen doch zurück.
5
Überall steht Tempo 100
Aber die Schnecke kommt da nicht mit
Muß verschnaufen
Schaut noch verwundert
Als ein Igel panisch flüchtet und sie dabei zertritt.
6
Dumpfes Röhren der Motoren
Überschallt das Elchgeschrei
Nirgendwo hören meine Ohren
Was von Vogelmeisterei.
7
Tiefe Spuren
Giftgaswolken, alles heute ohne Blei
Ist ohnehin alles verloren
Also bleibt doch ruhig dabei.

Wandel

1
Immer hört den Gesang
Dauernt lauscht ihr dem Klang
Er am Kreuz starb allein nicht umsonst
Sieh die Narben im Gesicht
Glaube fest, höre sein Licht
Unaufhaltsam ist das Kindergeschrei
Niemals wartet, gebt uns die Kraft
Ballt zur Faust, muß doch gut, gut nur sein
Seht den Bart ist er lang?
Singt sein Lied, hört Gesang.
2
Wenn auch Tausende Sünde begehen
Lauft zu Fuß und im Regen
Tragt das Kreuz ihr werdet schweben
Ist in jedem er drin
Wird auch jedem vergeben.
3
Und sie tragen die Kleider
Sein Männer und Weiber
Jener heilig, der andere vom Teufel geweiht
Auf sie fällt jemals Schatten
Die gekreuzigten Latten
Wasserkelch und ein Stück jenes Brotes für uns.
4
Immer wird man es riechen
Keiner kann sich verkriechen
Wenn der Löffel des Lebens ihn fängt
Hoch im Alter, auch in der Jugend
Spielt die Musik seiner Tugend
Immer hört den Gesang
Lauscht auf Dauer dem Klang.

Glückspfennig

1
Auf der Straße zum Glück
Liegt ein grünes Eichenblatt
Auf den Stufen zur Stadt
Hockt ein kleiner Junge.

2
Er schlendert durch die vollen Gassen
Er schaut in die Cafés
Er sieht die vielen bunten Laffen
Sich lachend redend drehen.
3
Holdizium, Träumer, Wanderlein!
Die Welt bricht unter deinen Füßen ein
Die Silberberge neigen sich
Hinab zum kleinen Taugenicht
Und stürzen auf ihn ein.
4
Der Pfennig rollt
Ganz unaufhaltsam weit
Lauf Träumer, lauf …
Es bleibt dir keine Zeit
Der Pfennig rollt dir sonst davon
Der Gully steht in Bonn.

Brief

Abgeschickt!
Warten
Warten
Warten
Warten
Warten
Warten…?

Und des Sohnes

1
Namen sind geschrieben
Nie verloren für die Stimme
Die man Presse oder Welt
An diesem Heuteabend nennt.
2
Herr gib mir die Kraft
Die Schatten zu besiegen
Herr ich werde niemals so sein
Wie nur du es kennst.
3
Herr steh vor deinem Sohn
im Tal
Herr nimm mir die Angst
der Ängste
Die Mach gehört nicht dir allein
Doch soll ich tragen meine Qual?
4
Aus dem Rolladen am Fenster
Blinkt ein Spiegelbild der falschen Lichter
Lampen, Fahnen und Gesichter
Unser Weg wird stets begrenzter.
5
Alles schläft in der friedlichen Nacht
Während die Welt verreckt
Sie schliefen und schliefen
Sind nicht mehr erwacht
Und lagen ganz plötzlich im Saal.
6
Die haut ist weiß wie Käse
Sie leben in dunklen Tonnen versteckt
Das Rauschen kommt vom Gebläse
Das sie für immer von anderen trennt.
7
Die Tinte verblaßt in der Feder
Der Bote auf einmal den Weg nicht mehr sieht
Was sollen wir noch?
Ent oder weder?
Wenn der Sohn vor dem eigenen Vater entflieht.

Zweiundzwanzigster Tag

Tag der göttlichen Reime
Tag des Portals
Erster Tag ohne Portmonai
Tag des Helden
Tag der wunderbaren Bilder
Tag der Lüste
Barfuß, im Gedanken schon ein Hölderlin
Tag der Ideen, Keime, Spermafluss und Energien
Tag der ausgesprochenen Ideale
Tag des Nichtstuns
Schlechter Tag.
Imbettchen

Orangendecke
Kurzer Bleistift
Gefühl der Liebe
Kurze Fingernägel
Helles Licht im Dunkelzimmer
Ich hoffe auf dich
Blauweißschimmer
Braune Blumen auf immergrünem Grund
Lasterecke bei dir im Bette.

Restgedudel

Junger Mann will was erleben
Junger Mann hört sein Herz schlagen
Alter Mann fürchtet Begräbnis
Alter man hört sein Herz beinah versagen
Alter Mann wird’s noch mal wagen.

Kalenderblatt

Sag mir ob du mich lieb hast
Sprich nicht
Nein, schweig dich aus
Denk mir ob du mich lieb hast
Schweig dicht
Ja, brich hin raus.

In der Mauer ist die Lücke
Aber wieso?
OSIW REBA, lalalalalalalalalala…
dradradradradradra…
Bumm!Bumm!Bumm!
Ende, Berlin 750.
Bonn na und?
West, Ost, Scheißegal
Was kümmert es sie
Schicken einen Minister
Mit einem Blumenstrauß
Blut der Brüder
Drüben gucken rüber
Helfen nicht im Bruderkrieg.

Mond

Sehe den Mond und all die Sterne
LUNA FORTUM JULIÄ
Auch durch Meter dicken Stein
Liegt er noch in weiter Ferne
Wirkt er heute noch so klein
Möchte trotzdem doch so gerne
In seiner kühlen Nähe sein.

Aufsendung

1
Es fliegen munter
Sexy gar
Die Worte unbeschwerlich hin
Doch dem fehlt
Wird immer bleiben fort und dann
Beschwingt und steif
Niemals labil
Bleibt stehen der stolze Bart.
2
Wenn wir verlernen die Faust zu ballen
Wird die Menschheit aussterben
Wenn wir vergessen dem Vogel nachzuschauen
Wird sein Flug verderben
Wenn wir den eigenen Füßen nicht mehr trauen
Werden unsere Kinder niemals mehr Beine erben.
3
Der Bach fließt munter
drum herum
Im Wasser sind die Fischlein
Die Worte wiegen furchtbar schwer
Doch dem war…
Wird niemals bleiben dort
und jetzt
Das Leben froh stagniert
Immer stabil
Muß gehen per Apparat.

Portmonaias

Mal ohne Geld auf Welt
Wie peinlich
Großer Schreck!
Mir ist‘s egal, so mal, oh ja JUHU!!!
Mein Innerstes setzt sich zur Wehr
Scheiße Protest
Hilfe im Ruf dem Rest
Angewiesen sein auf es noch wohl
Das Wunder keiner schuf
Auf geht’s zum Pol.

Buntstein

1
Große Gefühle Politik
Große Schwüle Ungeschick
Die Such nach dem erwünschten Glück
Führt unmittelbar zum Traum zurück
Wer ist denn da noch nicht verrückt?
2
Der kunterbunte Stein ist für die Welt zu klein
Hört ihr die hellen Glocken
All die Tauben zu sich locken
Ein Gedicht für die kalte Träne dieser Liebe
Völlig aufgelöst im Kampf der Triebe
Kommt und geht im zauberhaften Klang der Musik.
3
Die Strasse mit den schönen Bäumen
Die Bahn darf Sterne nicht versäumen
Das hübsche Land das keiner kennt
The End.
4
Die welken Blumen blühen nie
Der Regen fällt nicht wann er will
Das Buch bleibt aufgeschlagen
Große Gefühle sind stabil
Das Ende wird ertragen.

5
Die Glocke läutet unentwegt
Der Stein verliert die Farben
Die Tauben kennen diesen Trick
Und folgen doch mit viel Geschick
Dem vollgeladenen Wagen.

Uzopuluß

Liebestiefe
Seelegott
Gebetswahnsinn
Kaugummitod
Tiefe Liebe
Gott der Triebe
Sinn für die Not
Alles im Lot
Für dich zum Gruß
Uzopuluß
Damit ich dich nicht sehen muß.

Frühlingsneue

1
Möchte sein ein Träumerlein
Möchte lieben immerzu nur du
Steigere mich hinein in diese Welt
Ist alles gar und wahr
Wird, soll alles, alles wunderbar.
2
Bin entrückt, beinah verzückt
Hab mich für sie noch nie
So herrlich tief gebückt
Hab Gutes nicht von Schlecht gesiebt
Und seh‘s doch klar
Ich bin verliebt.
3
Möchte sein dein Sonnenschein
Warte hier, wo magst du sein?
Steh zwischen den Gartenpfosten
Holz verkohlt und Nägel rosten
Bist wunderherrlich anzuschauen
Seh deinen Schatten, im Glanz dein Haar
Träumend an den Nägeln kauen.
4
Möchte so gern dein
Männlein sein
Bin ein, zwar so furchtbar ledig
Bleib doch ein Mann
Wird niemals werden dann
Dort wächst das Gras
Sprießt hier auf Erden dar
Blüht alles, alles frühlingsnah.

Märchen 1

Bauerndemo BRD
Bonner Gesetze auf Beschluss
Zuhören verweigert führt zum Schuss
Sperrzonen tun uns leid
Droben auf dem hohen Gipfel
Seht ihr den Schnee der EG.

Hier stinkt‘s

Hier sind die Fenster geschlossen
Luft von draußen
Die brauchen wir nicht
Draußen stinkt‘s auch.

Sechs Tage Urlaub minus Einen
Sechs Tage schreiben für sie
Sechs Tage denken an sie
Sechs Tage hoffen auf was?
Sechs Tage klopfen
Sechs Tage stopfen und dann?

Mir fehlt der nötige Ernst
Aber sie sagen mir ich sei so ernst
Ich könnte nicht lachen
Mich niemals frei geben
Keine Späße nicht machen
Sie sagen mir ich sei tot
Ich stinke schon.
Dalques Onum

Südwestmentalität
Weiterschauregungen
Neunzehnhundertzweiund-sechzig
Ohne Datum
Schwarz-weiß
Denn es wird nie wieder
Irgenwann auf einer Insel
Verliebt in die wirkliche S.
Ich werde es ihnen zeigen
Mit mir nicht!
Der Wandel per Zeit.

Sprünge

Der Sprung ins nackte Leben
Sag Stunde geh doch rum
Der Sprung ins Bett der Bilder
Roman geschrieben Wumm!

Die üblichen Sprüche
Verzerrte Sprünge Knochenbrüche
Gedichtet lang wie das Papier
Zerrissene Blumen draußen
Und hoffen wir im Zelt
Die Welt der Kulischreiber
Ist wirklich meine Welt.

Dort steht das Bett zu öffnen
Fenster zur Straße alles frei
Dort laufen die verklemmten Leute
Ganz offen dran vorbei.

Niemals so frei wie im TV
Die Ideale nicht in Sicht
Ihr tut zuviel
Und findet immer wieder doch den Menschen nicht.

Absage

Na und, ein hoffnungsvoller Brief
Wenn man es denn so sehen will
Ich scheiß darauf, das ist gewiss
Erziehung und mein ganzes Leben
Verdammt noch mal
Will nicht so sein
Bin Superheld im Kinderzimmer
In Schüchternheit gar vor mir selbst
Spielzeugnapoleon
Talent ist da, verkümmert immer in Berührung mit Ozon
Dein Fidius Poeticus fliegt arg enttäuscht davon.

1988 – 1989

Gedankennacht

1
Als die Träume jünger waren
Erzählten sie von soviel Glück
Ist die Freiheit nicht zu haben
Für Jedermann im ganzen Stück?
In den Wolken zieht sie Bahnen
Schaut den weißen Möwen zu
Wie sie fliegen vogelfrei
Hoch hinauf zur kalten Ruh.
2
Sie reitet auf dem weißen Pferd
Ihr Haar flattert im Wind
Er kannte sie bereits
Da war sie noch ein Kind
Er sitzt im Sand und träumt verkehrt
Was auch mit ihr geschieht
Er weiß nicht mehr wem er gehört
Pfeift leise ihr sein Lied.
3
War es nicht schon einmal so
Wird immer wieder geschehen
Ihr weißes Kleid wirft
Schatten wo
Sie jeder Mann kann sehen
Der Hufschlag wirbelt
tiefe Spuren
In ausgetretenen Pfad
Sein glühend Herz ist viel zu schwer
Es dreht sich wie ein Rad.
4
Jede Nacht erzählt Gedichte
Von Frieden, Glück und Liebe
Jede Nacht bringt Hunger und Leid
Ist Zeuge dunkler Triebe
Jede Nacht macht Geschichte
Im Boot der Träume auf weitem Meer
Jede Nacht bringt neuen Sturm
Und fegt die Köpfe leer.
5
Ein kleines Kind mit Puppen spielt
Die wachsen von Tag zu Tag
Vom großen Gott wird viel erzählt
Vor diesem Bild es nur erschrak
Es taucht hervor in neuer Zeit
Lernt »Wütendsein« und »Traurigkeit«
Es lernt vor allem Unterschied
Und pfeift schon bald das alte Lied.
6
Und niemals wird’s zuende gehen
Die Nacht kehrt immer wieder
Neue Träume entstehen und vergehen
Und lehren uns neue Lieder
Immer wieder ein neuer Pfad erwächst
Und sie reitet auf neuem Pferd
Und ihrer Gedanken sind wie verhext
Doch ihre Liebe ist es wert.
7
Bunte Lichter, neue Farben an der Wand
Streifen durch Traum und Leben unerkannt
Sie bleiben als Spur der Geister schwach
Oder gar nicht mehr zurück
Sein Kopf liegt auf dem Kissen
Im Traum sucht er sein Glück
Und aller Zweifel verflog immer dann
Wenn der Schlaf der Nacht begann.

Alte Lieder oder das »Schneewittchenland«

1
Denn sie tragen schwere Narben
Die sie brachten aus dem Krieg
Wer kann ihren Kindern sagen
Warum verloren und nicht Sieg?
Wer konnte ihren Tod beklagen
Den bösen Geist vertreiben irgendwann
Den Kindern neue Liebe geben
Als der Frieden schon begann.
2
Fünfzig Jahre ist vorüber
Was auf unseren Rücken steht
Und wir hören es immer wieder
Aber Reue ist zu spät
Alte Bilder, alte Lieder
Bleiben jung in altem Geist
Neue Bilder die verraten
Was uns wieder mal umkreist.
3
Hört die alten Lieder
Sie schallen in neuem Glanz
Sie rollen die Fahnen auf wieder
Und tanzen den alten Tanz
Und dicke Sessel in Wolkenkratzern
Sind wie Götter im Himmel hoch
Auch sie murmeln die alten Parolen
Und drängen zur Fahne verstohlen.
4
Ganz egal wie viele sterben
Sie glauben an ihr Spiegelbild
Ganz egal wie viele Scherben
Nur Veränderung macht sie wild
Denn sie sind die Herren der Welt
Ihr Glaube ihnen Religion
Die Opfer werden nicht gezählt
Da hätten sie viel zu tun.
5
Kein Mensch stellt ihnen Fragen
Auf die niemand Antwort gibt
Was bleibt auch noch zu sagen
Wenn stets die Lüge siegt
Warum baut ihr Städte.
Die wie Friedhöfe aussehen
Warum sind es Zäune
Die um unsre Häuser stehen.
6
Sie marschieren durch die Straßen
Verliebt in den Beton
Sie halten abgeknickte Zweige
Wie ein Kind den Luftballon
Sind stolz auf neue Gartenlauben
Und der Dinge Lauf
Halten sich Elitetauben
Im Friedensschlußverkauf.
7
Doch der Spiegel an der Wand
Erzählt von einem anderen Land
Es ist »Schneewittchenland«
Weiß und Schwarz gehen Hand in Hand
Die Masse aber wie zur Schau
Bleibt schlicht und grau
Du wunderbare Zeit und Welt
Gewalt regiert dich und ihr Geld.
8
Doch sie können nicht begreifen
Was Schatten wirft nur auf ihr Licht
Sie lieben ihre Nadelstreifen
Und pflegen ihr bemaltes Gesicht
Schicken ihre Kinder in Eliteschulen
Erzwingen ihren Glauben an das oberste Gericht
Belehren freundlich all die Armen
Verstehen jedoch die eigne Dummheit nicht.
9
Irgendwann und irgendwo
Unter all dieser Show
Liegt der Sinn noch tief verborgen
Denn man fühlt sich gar nicht froh
Wo der Frieden längst gestorben
Und so erwarten wir die Ritter
Eine Retterschar von morgen
Ganz als brächten sie Gewitter
Das uns befreit von allen Sorgen.
10
So fragt der Mensch umsonst nach Liebe
Denn ihr versteht ihn nicht
Er fragt euch stets danach was bliebe
Doch ihr lacht ihm ins Gesicht
Furcht und Glaube bleibt sein Gott
Denn so verdrängt er seine Not
Und schlägt er sich durch euer Spiel mit Schwert
So ist doch jeder Funke Hoffnung dieses Leben wert.

Mann an Frau

1
Mann an Frau!
Sag wie viele Jahre wollen wir noch hoffen auf uns zwei?
Sag, noch immer läufst du durch dunkle Gassen einerlei
Sag, warum dein Lied niemals wieder erklingt
Sag, sind deine schönen Lieder zuende irgendwann
Sag mir was dann.
2
Mann an Frau!
Du träumtest oft von vielen Dingen als du noch ein Kind
Wolltest über Wolkenkratzer springen und fliegen wie der Wind
Dein Geist war wie Legende so voll Phantasie
Doch deine kleinen Hände fanden all die großen Dinge nie.
3
Mann an Frau!
Als du größer wurdest,
wolltest du ein Schauspielhaus erbauen
Und du spieltest gut Theater, zogst Grimassen wie ein Clown
Himmel und Erde wurden eins für dich, als dein Traum begann
Doch niemand deinen Arm ergriff, als die Zeit verrann.
4
Mann an Frau!
Dein Silberschmied im roten Feuer stählt
Den Speer der jeden Schild blutig durchdringt
So kämpfst du unverdrossen schwer, durch Gegenwind und Jammermeer
Dein Arm auch dort die Schlagzahl hält,
wo jede andere versinkt
Und im Eis baust du den Turm aus festem Schnee
Doch mit der Sonne, kehrt auch dein Werk zurück zur See.
5
Mann an Frau!
Du bist wie wunderschöner Zauberbann
Dein Reiz noch immer, jeden Sonnenstrahl durchdringt
Doch glaub mir irgendwann, es ist noch nicht zu spät
Musst du bemerken, was dir kein anderer verrät
Das auch dein Glücksstern unaufhaltsam sinkt.
6
Mann an Frau!
Die Tage sind nicht zählbar
Für die vielen Dinge die da sind und ich dir sagen will
Deine Lippen aber sind verführerisch und still
Sag mir wann unser Märchen denn begann?
Sag mir wann ist unser Himmel nicht mehr grau?
Sag mir wann wirst du endlich meine Frau?

Ganz einfach

1
Er war kein schöner Mann
Ein Tänzer nur grad wohl
Vor Frauen war er stets scheu
Ein Träumer jeder Zoll
Doch dann fast wie mit Zauberhand
Die Nussschale zersprang
Als sie ihm voller Ernst bekannt
Sie fände ihn ganz toll.
2
Es war ein Großstadttag
Die Häuser voller Licht
Sie warfen lange Schatten
Über ihr Gesicht
Er saß in seiner Ecke
Ganz so wie fehl am Platz
Ihr Lächeln war bezaubernd
In seinem Herz ein Schatz.
3
Und irgendwann sein Zeichen
Den Schatten durchbrach
Er wollte sie begreifen
Und lief ihr darum nach
Und all die anderen Menschen
Übersahen das Wunder nicht
Er lief durch volle Straßen
Seine Liebe war Gesicht.

4
Nichts war mehr wie zuvor
Als er sich in ihr verlor
Sie gab ihm Nähe und Gefühl
Zarte Verlockung war ihr Ziel
Und alles andere war Schein
Vor ihrem großen Liebes-schrein
Er wollte nie mehr sie verlieren
Sein neues Glück nie mehr riskieren.
5
So war es wie im Rockkonzert
Ein Trommelwirbelsturm
Wenn sie sich trafen ungestört
In ihrem Märchenturm
Doch dann ergriff sie irgendwas
Und plötzlich sprühten ihre Augen Hass
So floh sie fort nach eignem Plan
Die Leidenschaft sie war vertan.
6
Der grelle Blitz den er erkannt
War wie ein Feuersturm verbrannt
So war es nur Beziehungsspiel
Und sie war fort ohne ein Ziel
Doch auch an jeden fernen Ort Verfolgt sie sein Gefühl
Er liebt sie ohne zu verstehen
Und diese Liebe wird nie untergehen.

Nach dem Krieg

1
Er fand das Fahrrad auf dem Hügel
Wo kein Baum mehr stand
Rund um schiefe Räder
War der Boden schwarz verbrannt
Seine Kleider nur noch Fetzen
Seine Augen voller Sand
Keine Träume im Gedanken
Sein Gefühl aus ihm verbannt.
2
Ein alter Mann sitzt auf dem Boden
Und schaut den toten Vögeln zu
Er denkt vielleicht an seine Lieben
Und findet darum niemals Ruh
Er spürt keine Hitze
Summt keine Lieder für die Freiheit mehr
Krümmt nicht die Finger
Hebt nicht die Glieder und seine Augen bleiben leer.
3
Was habt ihr gesehen?
Könnt ihr erkennen?
Was ihr nicht heute schon verbrochen
Seht ihr die Wolken am Himmel vergehen?
Könnt ihr’s verstehen?
Keine Fahne weht mehr im Wind
Keine Mutter wiegt mehr ihr Kind
Keine Trommel schlägt mehr den Takt
Denn die Welt, sie ist endlich nackt.
4
Dicker Rauch schwebt über die Felder
Und Feuer ist gut sichtbar hell
Die rote Flamme schluckt die Wälder
Gnadenlos schont sie kein Fell
Nur Eisen unzerstörbar glänzt
Im trüben Sonnenschein
Unvergessen bleibt der Lenz
Und soll es auch der letzte sein.
5
So schlendert er durch tote Gassen
Geister an seinen Ärmel fassen
Und nirgends trifft er Widerstand
Nur noch Trümmer was er fand
Könnt ihres nicht sehen?
Bleibt keiner stehen?
Der letzte Bettler zu Staub verbrannt
Kein Schmutz mehr in diesem Land.
6
Und ihr seit mit eurem Schiff
Weit hinauf ins Unbekannt
Alles bleibt zurück
Was euch doch niemals verwandt
Niemand kennt die fremden Sterne
Die auf euch warten in der Ferne
Doch sie leuchten unerreicht
Und das Herz es wird uns leicht.

Nie vergessen !

1
Sie bat ihn stets nicht aufzuhören
Weil sein Lied so traurig war
Gab ihm den Mut das zu zerstören
Was nur noch Parole war.
2
Die Melodie ließ ihn vergessen
Den alten, grauen Tag verstehen
Und er sang ganz wie besessen
Ihr Bild in sich zu sehen.
3
Und er spielte immer weiter
Und ihre Kinder sangen mit
Doch es machte sie nicht heiter
Aber war ein erster Schritt.
4
Aus dem Feuer kommt die Kraft
Das in roter Glut vergeht
Wer die eignen Träume fasst
Für den kein Wunder kommt zu spät.

5
Und er saß in stiller Hoffnung dort
All das Gute half ihm nicht
Denn er dachte nur an jenen Ort
Vor dem grausamen Gericht.
6
Sie blieb immer seine Liebe
Die Erinnerung Gefühl
Sie starb ständig tausend Tode
Nie vergessen war sein Ziel.
7
Und er schaute auf zum Himmel
Und sah die selben Sterne
Und sah den selben Gott
Und hörte ihre Stimme in der Ferne: Völkermord.

Letzte Ballade Sarajevo

1
Träume sind wie Widerstand
Doch nur gegen wen?
Laufen sie am Geisterstrand
Doch man kann sie sehen
Städte sind zu Schutt verbrannt
Und alle Herzen mit
Niemand ist hier mehr verwandt
Kann niemand mehr verstehen.
2
Schon ist wieder zwei Uhr morgens
Klamme Finger tasten, fühlen
Und die Spinner ziehen vorüber
Unerkannt und doch verdorben
Und sie singen alte Lieder
Von der eignen, heilen Welt
Aber keiner zählt wie viele wieder
Ungezählt gestorben.

3
In Sonne wird der Tag geboren
Und unverblümte Lebensfreude
Hängt aus dem Fenster weißes Tuch
Das noch die Hoffnung nicht verloren
So hört mir zu was nicht verboten
Wenn auch nur für eure Toten
Lauft nicht davon, glaubt fest daran
Dass man noch was retten kann.
4
Schwarze Fahnen winken eifrig
Wo in der Spitze brennt das Licht
Solch Politik bleibt unbegreiflich
Doch wachsen darum Bäume nicht?
Und so bleiben alle stur
Sie lachen nicht und flüstern nur
Doch keiner weiß dafür den Grund
Und noch sind einige gesund.
5
Im alten Wald da blasen Hörner
Und alles Eis, das kehrt zum Teich zurück
Gestorbene Spatzen picken faule Körner
Hört, ihre Lied erzählt noch von vergangenem Glück
Da, unverhofft aus lichtem Dunkel
Und über allem Donnerfunkel
Hört man einen letzten Schrei
Es ist uns auch schon einerlei.
6
Wir sitzen hier im festen Stuhl der Träume
Weit fort und doch dem Mord so nah
Wir schützen nur die eignen Bäume
Und so ist es denn wies immer war
Die Weisheit und die Ehre unsrer Väter
Sie ist im schlechten Spiel verraucht
Vor dem Spiegel, da erkennen wir die Täter
Doch die Waffe, sie ist längst zum Stoß gebraucht.

Tja

1
Sie singen und tanzen
Im Licht vor dem Fenster
Sie kreuzen die Lanzen
Und tauchen den Pinsel noch tiefer hinein
Die Silberfiguren sind auch nur aus Zinn
Die offenen Lücken eröffnen Konturen
Grell gelber Schein wirft viel Schatten auf mich.
2
Kalte Füße bleiben hocken
Alte Sessel werden nur noch kaputter
Farbentuch im schmutzigen Becken ertrinkt
Wo Zukunft vor elend verreckender Gegenwart ständig erblaßte
Automatengerümpel ist nötig in scheinbar viel zu klarer deutscher Luft.
3
Die Hand aus dem Dunkel
Erkennt nicht die Vielfalt der Vielschuhparade
Auf der kurzen Linie voraus
Gedanken in Schrecken, gestorben, verstecken
Hinter den Büschen des einzigen Gleis
Fahrplan zu wenig
Zufiel sauer Regen
Wenn doch was Süßes gefragt
Kein Stift findet Worte für solch schlimme Orte
Kein Schüler bleibt Schüler sobald er den Faden zerreißt.

Steppenwolf

Kringel in verrauchter Luft
Bitter süßer Mädchenduft
Die Angst vor dem Kuss
Befreiung des alten Mannes
im Ich
Eitelkeit brilliert
Erkannt im Buch
Im Gedanken, im Film und im Hirn
Reinkarnation
Der Arm tut weh
Der Stift verblasst
Die Augen fallen ständig zu
Im Schatten der eigenen Hand
Hoffnung wo bist du?

Angst

Die Angst
Die Angst
Die Angst
Die Angst
Die Angst
Wovor?

Läufer & Springer

Flackerndes Licht im goldenen Rahmen
Und an der Wand der dunkle Schatten vor dem Kind
Hört ihr die dicken Köpfe mahnen?
Und doch weiß keiner wo wir wirklich sind
Sie machen die Kanonen scharf
Die Kugeln sind noch immer nicht aus echtem Blei
Die Messerklingen glitzern heiß
Auf unsrer Stirn sehen sie den Schweiß
Was ist das alles bloß hier
für ein Gott verdammter Scheiß?
Bloß raus!
Die roten Zeichen auf der anderen Straßenseite
Ein Wagen kreuzt das Licht
Der Springer aus dem Schatten hält im Arm das Kind
Und der Schluss im Rücken trifft den Läufer diesmal nicht.

Didum

1
Sing, tanz und spring,
hopse und schling
Die Arme um alles was dir lieb und teuer ist
Sing, tanz und spring,
hoffe auf alles was schön ist
Auf dieser wundersamen Welt.
2
Ein Regen fällt auf diese Welt
Die Apfelbäume blühen
Alles ist schön was für uns zählt
Die Trauben leuchten blau
Die Erdbeeren sind staubig grau
Oh Regen
Wie sauer bist du?
Oh Regen
Du deckst uns ganz zu
Wo bleibt deine Gnade?
Wer hat dich bloß geschickt?
3
Die Eichhörnchen sind müde
Die Blumen sind geknickt
Die Eimer gießen weiter
Der Himmel spielt verrückt
Hört ihr das Halleluja?
Den falschen Ton im Engelschor
Glaubt ihr es wird sich ändern?
Macht ihr euch noch immer das Gleiche vor?
4
Didum, didudididum
Wir singen und wir tanzen noch
Am kargen Rand vom tiefsten Loch
Die Wolken ziehen sich weiter zu
Was kümmert es mich, lasst mich in Ruh.

Brüder, Schwestern

Sag Bruder was glaubst du?
Sag Schwester,
wie ist es bei dir?
Geliebte, unerkannte die bleiben dir erspart
Luft, ohne Ausweg zur Flasche
Duft, abgestanden und beinah verpufft
Ziel ohne Anfang
Kein Führer in Sicht
Blick ohne Weite
Wunderschön ist das nicht
Wie soll es gehen?
Wie weiter sich drehen?
Schuh, dein Absatz verliert seinen Weg
Traum ohne Inhalt
Kommt eh viel zu spät
System, viel zu höflich
Als das man überlebt
Sprung wäre so einfach
Schon oft ihn erstrebt
Irgendwann.

Drachengesicht

Kasten
Kästen
Kisten
Kosten
WUNDER!
Kerze
Was werden wird
Mein Drachengesicht
Antenne
Kabel
Satellit
Raum
Freude
Spaß
Hoffnung
Traum
Erkenne Schaum
Im fahlen Licht.

Wunderkiste

Dies ist unsere Wunderkiste
Dies sind die Söldner der Welt
Dies ist der Mittwoch des goldenen Sommers
Die ist das Kind was die Puppe behält
Dies ist der Regen der den Feldern das Wasser bringt
Dies ist die Brille die mir auf der Nase hängt
Dies ist die Insel auf trockenem Land
Dies ist der Maler der den Pinsel nicht fand
Dies ist die Stadt mit der Straße
Dies ist das Mädchen im Gras
Dies ist das Wunder das nicht statt fand
Dies ist der Zeichner der es sprüht an die Wand:
WUNDERKISTE
Schöne Dinge bringst du ins Land
Wunderkiste Hallo!

Was ist?

Was ist wie?
Und wann und wo?
Wer weiß warum, weshalb, wieso?
Die Jahr zählen nicht mehr nur
Der Kaffee der wird ständig kalt und alt
Und sie steht jede Nacht im Flur
Licht- und Traumgestalten
Die Kerzen gehen aus
Nur weil das Fenster immer wieder offen steht
Der Geisterwind hindurch
sich weht
Das Loch in meiner Wand
Gehört der fixen Maus
Die mir unaufhaltsam, ständig an den Käse geht
Wie noch, was denn?
Nur weiter so
Lese dauernd Zeitung
Sitze nur müde auf dem Klo
Und wen es klingelt bin ich froh und fühle mich unnahbar
Weiß ich doch ganz genau
Das es nur im Fernsehen war.

Kein Rat

Sag mal Junge, weißt du nicht, ob es Pest ist oder Gicht?
Hier liegen die Rechnungen auf dem Tisch
Hier liegt der Lappen mit der Farbe frisch
Der Kasten mit den bunten Stiften steht offen auf dem Klavier
Die Wand hält jedes Licht
weit ab
Die Bücher kippen um vor Staub
Manuskripte stapeln sich
Der Fernseher hofft auf sein lang erwartetes Comeback
Die Decke ist ein großer Knubbel in diesem Rest von einem Bett
Ein Windhauch gibt die Richtung an
Der Radiowecker funktioniert nicht mehr
Das Thermometer zeigt auf 100°
Die Füße liegen über dem Kopf
Der Durst ist riesengroß
Der Bauch schwillt an
Es platzt mein Kopf, mit mir ist nichts mehr los
Sag, sag mir was du nicht weißt
Sag mir ob es Pest ist oder Gicht
He, wo ist das schöne Wetter?
Wo ist mein guter Geist?
Die Wagen voller Träume
Die Kisten voller Teddybären
Die Kübel voll mit Himbeereis
In jeder Hand den neuen Preis
Für die Sieger des immer wieder gleichen Spiels
Sag, sag mir wo die Insel ist
Sag mir wie unser Traumland heißt
He, ist es Pest oder Gicht?
Sag’s mir, wenn du es weißt.

Die kleinen Sachen

Sagt mir Sir
Wie wollt ihr es denn haben?
Zufiel Macht hinter den Schreibtischen
Ich pisse drauf!
Papierkorb Anmaßung
Wozu auch
Die kleinen Sachen
Im Raum gefangen
In der Zeit verloren
Klassenzimmer
Ein klasse Zimmer
Glas immer
Klar mehr
Gl w
Fleck
Prüfungsfleck
Notendreck!
Weg hier.

Winter

Luft oh Mutter aller Dinge
Sprich, träume wenn ich singe
Regen, Wasser aus den Wolken
Glocken, dröhnen vor den Bergen
Schönheit der fliehenden Vögel
Blumen im letzten Glanz des Sommers
Tropfende Tannen, gebogen im Wind
Hölzerne Bänke unter fallendem Laub
Bleierner Nebel auf den Dächern der Menschen
Goldener Schimmer, du der Sonnenstrahl Grenzen
Der nasskalte Morgen verhindert was war
Der Winter ist da.

Flötenspiel

Töne, unendlich bekannt
Ziehen wie die Vögel durchs Land
Lange war der Stab aus Holz stumm
Lange stieg die Hitze empor
Lange viel das Wasser den Steilhang herab
Kurz wart der erste ernüchternde Satz
Laut die Musik
Die Trommeln verpatzt
Die Sprachen trivial
Der Unterricht blöd
Die Stifte versagen
Die Vögel ertrinken im Wasser des trockenen Teiches nur langsam
Die Lampe sie schimmert
Das Auge versagt
Ein Dichter der schlummert
Fährt niemals zum Markt.

Schluss damit

Reime die töten
Flöten die flöten
Dichter die reimen
Tote die dichten
Reime die flüchten
Sag?
SARG!
An welchem Tag?
Welcher Sarg?
Dubidubidubidubidididu
KUNST
Schluß.

Die Begegnung mit dem Volke

Auf Wanderung von Leib und Durst
Auf Wegen voll von Menschen
Auf Unvernunft und Trunkenbold
Auf Thekenklatsch und Hopfenbräu
Auf Wasserscheu
Gebranntes Kind
Auf schale Säfte
Junge im Wind
Auf viel zu alt und Faultiertum
Auf wahre Worte machen dumm
Auf alles hängt von allem ab
Auf ruhiger Typ und Mensch Galopp
Macht jener dies
Säuft jener das
Vermischt sich Liebe und auch Hass
Schon niemals weg was wir und tun
Auf unsern zweifelhaften Ruhm.

Ein fremdes Land

Die Flöte spielt und fühlt sich wohl verstanden
Das Wasser ist doch überall
Die Berge hören in der Höhe ihren Hall
Der nie verklingt
In weiter Ferne eine wunderschöne Mädchenstimme singt
Die Sonne weiter scheint
Die leere Fahne weht im Wind
Makabere Düfte ziehen durch das Land
Oh Schreck verdeckt sie zu!
Verwischt die Illusion
Im nächsten Frühling sitz ein Neuer wohl auf unserem Thron.

Der Spanner

Ein Gift für alle braven Bürger
Sie wollen es nicht hören
All diese gesunden Beziehungen
Ich glaube manchmal
Der Weg ist versperrt, verriegelt, zugemauert
Sie bauen ihre Mauer um sich und ihre Welt
Um ihren Besitz auf Frau
Die es auch nicht anders will
Erziehung!
Die Träume sie bleiben
Die Sehnsucht, die wirkliche Liebe
Der Zuschauer stirbt und sie lachen
Und freuen sich ihres Glückes
Er hat es nicht anders verdient
Der Schrei der Nacht wird in Falschheit erstickt
Der Arm schmerzt
Meine letzte Chance für Onanie
Ein grausames Wort
Und die Sehnsucht stirbt mit
Der Regen fällt weiter
Die Raketen sind wir
Der Gedanke bleibt vermummt
Und nichts am Körper mehr gesund
Außer dem Penis
Und dieser ist obszön
Müde
Angst vor dem jungen Alter
Und Furcht vor dem alten Heim zur frühen Stunde
Ihr Geister entfleucht!
Donnerblitz im Bett ganz fett
Meine Augen
Oh Gott, meine Augen
Sie sehen den Tod, die Lust
und den inneren Kampf
Sie sehen den Spott
In der Tasse voll Wein
Und nirgends ein gütiger Gott
Wir sind allein im Sein.

Götterwerk

So habt ihr doch alle den Pfad nicht begriffen
Den Bitterkeit weiterhin aus dem Krug der Falschen begießt
So habt ihr mich weiterhin mit faulen und aber doch süßen Äpfeln beschissen
Drum taub wird die Zunge wo stumme Ohren im selben Schrecken unheilbar vergehen
Und nichts mehr verstehen
Drum blind wird der Löwe
Seine Kinder hört er schreien
Und findet im Dschungel nicht heim
Dumm wird der Mensch
Tut er vertrauen dem Weibe leihen
Klar fließt das Wasser im Keime kalt und fällt doch in gute tiefe Brunnen am Weg
Drum tot ist der Schwere
Da einst Götter getan
Was niemand versteht
Tot ist ihr Werk
Ihr Geist gebrochen im Wahn.

Das Programm

Ich und mein Computer
Die Welt versinkt in mir
Hinter meiner Brille lebt ein Wilder
Und verfolgt die Bilder
Ein Tier in mir
Kein Platz im Zoo?!
Kein Schreien mehr
Raus heißt rein
Ich bleibe hier allein.

Kopfweh

Hallo Mephisto!
Hallo Schwur
Ich schwöre die Welt jetzt endlich ernst zu nehmen
Ich schweige und lache
Ich fühle und weine
Ich verliere mich als Mittelpunkt
Ein Haus voller Angepasster
Da draußen will ich hin
Aber ich bin zu klein
Ich hungere mich zu Tode
Irgendwann, ich schwöre es
Zahnweh.

Faust 3

F: Nehmt Ihr die Wette an?
M: Schlagt ein.
F: Sagt mir mein Herr, warum liegen die Dinge wie sie sind?
Sagt mir wie konnte diese Welt entstehen?
Wie kann ein Mensch ihr Streben oder das der anderen Herren verstehen?
M: Darauf, guter Mann werdet ihr die Antwort niemals finden, auch wird sie Euch kein Herr jemals erklären.
Ihr müsstet Eure Augen schon verbinden und würdet doch die Frage bloß nur immer wieder hören.
F: Wie scheint Ihr mich gar ständig zu verwirren.
Dies Eure Absicht habt ich wohl durchaus erkannt
M: Ihr irrt mein Herr.
F: Nicht doch, verliert nicht das Niveau.
M: Ihr werdet sehen, glaubt mir, was niemand hofft, doch jeder weiß.
Was Ihr zu bieten habt ist Schweiß.
F: Ich bin ein Mensch, drum ist mein Glaube schwach.
Nur Helden bleiben groß.
M: Glaubt mir nicht Größe macht gerecht.
Nicht Wille stark, nicht Alter echt.
Ihr könnt es selbst entscheiden Doch rieft Ihr mich herbei, so wisst Ihr, sollt Ihr sterben, ist Euer Mut Euer Verderben.
Doch seit versichert, geht Ihr den nur verzierten Weg
So ist er zwar teuer, doch niemals schlecht.
F: Ein wahrlich angemessener
Handel, die Wahl scheint mir ein tödlich Spiel.
War ich verzweifelt, schrie nach dem einen Herren, war doch der andere nicht mein Ziel.
M: Ihr gebt mir einen falschen Namen.
Ihr seit nicht Faust, drum bin ich nicht sein Gönner.
F: Und doch kommt dies ganz dem Märchen nah.
Ich kann dies alles nicht glauben.
Bin ich allein ein Wurm im Staub?
Warum mein Herr, gar kaum ich’s glaub
Warum soll ich so elend sein?
M: Ihr seid beruhigt Euch, wie alle und darum gut genug.
Wohl an, ich schreite fort im eiligen Flug
Und Ihr, solltet Euch zurück zu Euresgleichen finden.

Denn der Pflaumenbaum wird blühen

Schwarze Hand im Gesicht des Teufels
Scharfe Krallen, Ungeduld
Schwanke ständig, bin schon gestorben vor dem Ziel
Euphorie und Kampfgeist ohne Chance gegen Tricks
Kann es nicht schaffen, will doch die Würde nicht verlieren
Felle schwimmen, muss ständig Hardcore Scheiße ohne Glück parieren
Alles läuft entgegen, nichts steht für mich ein
Kann mich nicht bewegen
Sie macht mich so klein
Was soll ich tun?

Im Wirtshaus

Da sitzt er nun schon eine Stunde.
Und hat doch beinah nichts vertan.
Er sieht mich gern und wohlbehende.
Und doch sein Mund die Worte wohl nicht finden mag.
So sitzt er dort in einem fort.
Und schon geht auch noch dieser Abend tatenlos zu ende.

Nachtgedacht

Ich verliere in der Trauer Mitleid
Sieben Tage schreibfaul
Ich hatte soviel und doch nichts um mich
Der Regen trommelt auf das Dach.

Ich spiele oft viel zu viel Theater
Und das Schlimmste ist,
Theater vor mir selbst

Kein Weg
Kein Ziel
Keine Lust
Nur Spiel
Kein Glück
Keine Anspannung
Kein Traum
Keine Chance
Kein Job
Kein Geld
Keine Frau
Kein Zelt
Keine Kraft
Kein Mut
Kein Stolz
Keinen Hut
Kein Freund
Kein Sieg
Ohne Blick
Nur noch Krieg.

Fünfunddreißig

Da fallen keine Schuppen von den Augen
Die Kerzen brennen ewig nicht
Ist mir die Zahl doch gar zu unbekannt
Scheint sie mir noch in weiter Ferne nur zu schweben
Ein klarer Blick hinaus
Läßt die Erinnerung dich wohl nicht los
Ein weites Land, ein imaginärer Strand
Als Beispiel deiner Sehnsucht bloß
Vielleicht hast du es ganz erlebt?
Vielleicht sind deine Segel schon zerfetzt?
Bist du, wie auch der Wind sich dreht, so oft entgegen ihm, über das tobend Meer gehetzt
Manchmal wirst du die Glocke laut vernommen haben
Ein andermal hättest du geschworen, sie stand für immer still
Der Regen aus dem Chor der Welt geboren, fällt nun schon silbergrau auf schwarzen Grund
Ein jeder Morgen steigt noch schwerer aus dem Nebel hoch empor
Verhallt der Schrei, vertraut in deinem Mund
Durchbricht die falsche Schönheit ohne Grund
Marschiert auf ewig jungen Beinen den zugewachsenen Pfad herab
Bleibt Bruder, Geliebter, Sohn und Vater für die Kleinen
Und wird es sein bis tief ins Grab
Der Schalk jedoch ist unvermeidlich
»Fünfunddreißig«
Voll Furcht und Liebe, füllt das Wort die Lippen
Ein Wanderer sieht den Wald voll Bäume
Dies Alter in mir selbst beschworen, mit Wirklichkeit bei dir die Scheu verdrängt
Die Sonne scheint, die Stadt ist friedlich, durchbricht die Schranke, steht stolz im Licht
Bruder für Bruder ewiglich.

Für mich

Wer kann solche Narben schlagen?
PERVERS!!!
Ein Autor zum Spott der Liebe
Für sich
Sicherheit
Das sagt sich so müde
Erfolgsstrich, nackte Liebe
Für sich, oder?
TOD
Grausam
Sehr
Tränenmeer
HASS!
Hass!

Im

Im Tal der Schönheit
Gefangen
Im Glaube an Theorie
Verloren
Im Sinn der Fantasie
Verfangen
Im Turm der Angst
Bestürzt
Im Fels der Sonne
Beschattet
Am Baum der Wonne
Gehangen.

Im Kalender des Lebens

Es war einst ein junger Sohn
Ein Mann schon mit Idealen
Niemand glaubte ihm dies
Drum er es bewies
Ließ als Räuber die Ungläubigen bezahlen.

Ein Taxi hält Skystraße 4
Ein Schatten fällt ins Licht
Der Motor läuft, es schlägt die Tür
Ein Hut verdeckt Gesicht.

Traumaussage
Wahrnehmung im Wunderlicht
Zeigt ein glückliches Gesicht.

Den Ton getroffen

Was soll man sagen?
Wann glaubt man sagen zu müssen, was andere niemals glauben?
Ist es nicht Unwissenheit, die wir als Wissenschaft verehren?
Ist nicht der Glaube an das Wissen, jenem selbst ein Stein im Weg?
Wird nicht ein solcher Weg, eben durch viele solche Steine im Richtungssinn und Fort begehren beschränkt?
So sehen doch viele im Glauben an die eigene Kunst ihr Dogma, eine Religion und sind zu blind für ihre selbe Blindheit
Ist das des Menschen Ton?

Verfangen

Was meine Herren ist die Vernunft?
Ist die Schlauheit der Menschen Vernunft?
Gibt es Unterschiede zwischen den Menschen?
Wenn ja, warum?
Ist Gott ein Produkt der Vernunft?
Ist Gott alles oder nichts?
Wer ist Gott, stellt sich hier die Frage im Sinne dessen, wer hat dies alles verbrochen?
Niemand?
Diese Antwort ist unmöglich!

Ade im Schnee

Es gibt so viele die ich wüsste, die mein Mann für mich schon küsste
Andersartig, manchmal in Stille
Blick hinaus
Wo nicht nur Blätter fallen
Und der Wind bläst eifrig
Durch das bunte Grau
Kalter Regen
Wolkenbrüche
Menschenberge
Menschensprüche
Silberfäden
Flugzeuglärm
Menschen haben Menschen gern
Im Herbst und so
Im Schnee ade.

Er war geboren für die Welt

1
Sie lag da und dachte an das was Wirklichkeit war und Traum
Ihr eigener Wille blieb ihr verborgen
Oder war nur ein flüchtiger Schatten immer wiederkehrender Fantasie
Führten ihn seine Schritte zu ihr?
Sie wusste es nicht, doch ihre Hoffnung blieb ihr erhalten bis zum Ende.
2
Es war ein Berg, worauf sein Schatten fiel
Das wirkte wie ein Zwang
Für ihn war es ein Spiel
Er trug ein Herz aus Stein
Jedoch erwärmt von rotem Sonnenlicht
Sein Geist erklomm das Himmelszelt
Uralt und steif über der Welt
Und wirkte wunderschön
Und an jenem Morgen schien es, als summte ein großer Chor
Am Tag seines Geburtstages
Jede Antwort in sein Ohr.
3
Die Frage war: »Was nun?«
Die von je her schon ihn beschäftigt hatte
Auf die er nun mal wieder keine Antwort wusste
Es war so viel zu tun
Das seine Sinne weit in alle Winde verwarf
Er schalt sich einen Tor
Was seine Nerven nur noch mehr zerriss.
4
Die böse Macht verborgen hinter der Maske des tollen Affen
Das Opfer der Braut im Schleier der Angst
Ein Held ohne Waffe im Schatten
Gespenst aller blutigen Götter
Vor flimmerndem Horizont
Wo ist die Sonne?
Dunkle Fresken auf alten Mauern
Blutige Spuren im Sand
Ein fester Turm ragt aus nacktem Gestein
Heißer Mond bringt den Tod.

Du alter Clown

Kein Clown bleibt ohne Krone
Kein König ohne Gesicht
Der Tag der Prinzen naht
Doch Zepter sieht man nicht
Wo sind die Wolken?
Und Wasser und das Land
Wo ist die Schönheit?
Die keiner hat erkannt
Stumme Zeugen halten Wache
Alte Säulen stehen zu Gesicht
Und ich schlendere und ich lache dem alten Clown ins Gesicht.

Wie war das noch?

Er sah ihre kurzes Haar
Stumme Hoffnung im Gesicht
Sie saß verloren da
In einem häßlich bunten Licht
Ein großer Busen ungemein Gefühl
Doch all sein Mut war nur ganz klein
Als sie ihn entdeckte
Liebe.

Sag er

Wagnisse
Küsse
Schlüsse
Schüssel
Schlüssel
Arglist
Da rum
Da rum
Da rum
ZACK!

Im Nachbarhaus spielt Musik

1
Schon auf der Schulbank war er gut
Sein Leben wie ein Lied
Wir waren gute Freunde
Sein Rhythmus tausendfach fatal
Was er auch schrieb gelang.
2
Du musst es hören, wenn auch nur durch diese Zeilen
Ich könnte beschwören, ewig zu teilen
Dir zu gehören war nur mein Wunsch
Aber es muss, warum muss sich verschweigen?
Es fährt mein Floß, muss weiter treiben
Am Steuer steht ein finsterer Mann
Keiner versteht, dass ich es kann
Ganz ohne Liebe, ganz ohne Sinne
Es treibt hin fort, wer weiß wohin.
3
Spürst du die Faust, unsagbar hart
Es ist kein Spiel mehr, wer bleibt stark
Es ist, nur Mut, doch alles Schein
Es bleibt was gut und bleibt was klein
Vielleicht in einer Zukunft wann?
Kann ich verstehen was hier begann
Kann schon auch sehen, wer schuld daran
Und wer gekränkt und wer gewann.

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